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buzones

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1

Sunday, October 6th 2013, 6:31pm

Hamburg - Spanien 1817

Liebe Freunde,

dieser kürzlich erworbener Portobrief von Hamburg nach Zaragoza (Saragossa) bereitet mir ein wenig Kopfzerbrechen, was vor allem daran liegt, dass ich mich mit der „deutschen” Vorphilatelie so gut wie garnicht auskenne bzw. mir der Zugang zu entsprechender Literatur fehlt.



Die Fakten: Datiert ist das Schreiben „Altona, 18. Juli 1817”. Der Aufgabestempel R.4.HAMBURG stammt, wenn ich James van der Linden glauben darf, vom dortigen TT-Postamt und wurde für Sendungen gemäß dem Postvertrag zwischen Frankreich und TT von 1801 bzw. dessen provisorischer Fortschreibung von 1814-1818 benutzt. (VdL 2427)

Das vorderseitig gestempelte Porto von 9R, also 9 reales de vellon, entsprach im Tarif von 1805 (der bis zum Abschluss entsprechender bilateraler Postverträge in Kraft blieb) der vom Empfänger zu zahlenden Gebühr für einen eingehenden Brief bis 4 adarmes (ca. 7,2 Gramm)

Der rückseitige Ankuntsstempel Z.ª für Zaragoza war lt. Guinovart/Tizón zwischen 1804 und 1823 in Gebrauch (und nicht sehr häufig zu finden).

Die rückseitig angeschriebenee Rötel-8 ist taxis'schen oder französischen Ursprungs; wohl 8 Dezimen.

Kann mir hier jemand vielleicht kurz Leitweg und Abrechnungsverfahren gemäß dem o.g. Postvertrag dieses Briefes erklären?

Besten Dank im Voraus!
Grüße & saludos
Ralf



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2

Sunday, October 6th 2013, 6:36pm

Lieber buzones,

1817 rechnete man in Hamburg mit Schillingen Courant. 8 HShC entsprachen 5 1/2 Gutengroschen. = 23 Kreuzern.

Der Brief sollte über Paris - Lyon gelaufen sein.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

3

Sunday, October 6th 2013, 6:38pm

Hallo buzones

Ein interessanter Brief.

Eigentlich fehlt mir bei deinem Brief ein Francovermerk, aber so habe ich es auch öfters gesehen. Ich glaube dass der Absender in Hamburg 8 Schillinge Lübbische bezahlt hat und das bis französische Grenze gereicht hatte. Also der Brief war franko Frankreich abgeschickt.

Aber es kann sein dass ich mich hier irre.

Danke fürs Zeigen

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

buzones

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4

Sunday, October 6th 2013, 7:01pm

Danke bk und bn für die schnelle Antwort.

Also als Francobrief nach Frankreich (als Transitland), vorausbezahlt mit 8 Schillingen?

Wenn das stimmt, ist mir schon geholfen. Kann das jemand „festklopfen”?
Grüße & saludos
Ralf



5

Sunday, October 6th 2013, 8:44pm

Hallo buzones

Ja mit 8 Schillings frankiert und wie fast immer über Frankreich. Es gibt ab und zu Briefe über England spediert, aber dass ist nur wegen Kriege. Sonst immer Frankreich, und Niederlande hier in 1817. Weiter über Paris und Perpigan.

Viele Grüsse
Nils
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