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traumsand

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1

Monday, May 29th 2017, 7:57am

Lippe-Departement (Dep. 131)

Brief vom 20. Juni (leider ohne Jahresangabe) aus Hawick (Schottland) nach Brückeburg.

Der Brief trägt die Leitvermerke: London, Paris und Mayence (Mainz)
sowie einen schwachen Abschlag des Stempels "FRANCE / PAR / GARTNISCH" (laut Feuser in Bielefeld verwendet).

Folgende Gebührenvermerke sind zu erkennen:
- "not Paid"
– "9" doppelt durchgestrichen und durch "10" ersetzt
– "125"
– "6 m ? Pf." unkenntlich gemacht und durch "8 m 6 Pf." ersetzt
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2

Monday, May 29th 2017, 9:56am

Hallo traumsand,

bei der Abgabe waren 8 Gutegroschen und 6 Pfennige zu entrichten. Unsere GB und Reichspostspezialisten werden dir sicher mehr dazu sagen können, als ein armer, kleiner Süddeutscher. ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

3

Tuesday, May 30th 2017, 2:12am

Hallo traumsand,

zu den Taxen kann ich dir auch nichts sagen.
Allerdings denke ich, daß der Stempel in der Mitte oben der Feuser 2339-9 ist, DÉB. 131 MUNSTER LIPPE. Dieser wird mit 1200,- DM bewertet, Erstverwendung laut Feuser in 1812. Die sogenannten Déboursé-Stempel sind generell selten. Wenn ich diesen mit dem DÉB 103 CLEVE (Feuser 1000,- DM) vergleiche, dann sollten Briefe mit diesem Stempel in Auktionen jenseits von 600,- € starten. Im Internet habe ich aktuell kein Angebot dieses Stempels gefunden.
Da Münster nur bis 1813 zum napoleonischen Reich gehörte und 1815 durch den Wiener Kongress Preußen zugesprochen wurde, sollte die Verwendung in den Jahren 1812 bis 1815 möglich sein. Falls du Interesse hast, könnte ich wegen FD und LD Herrn Dr. Laurs kontaktieren. Er ist Experte für Verwendungszeiten in Preußen.

Links unten findet sich noch der Vermerk: single. Der könnte auch für die Berechnung des Portos von Bedeutung sein.
Was zeigt die Rückseite? kannst du sie hier hochladen?

Für gute Bilder solltest du einen Scanner verwenden, dessen Software die Bilder nicht bearbeitet. Epson hat Kombi-Geräte (Scanner, Kopierer, Drucker) im Programm, die eine wirklich gute Scan-Einheit haben, aber mitunter weit unter 100 € kosten.

Angehängt noch ein Bild deines Münster-Stempels. Der sollte ein Maß von 35 x 13 mm (ohne Akzent) haben.

beste Grüße

Dieter
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traumsand

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4

Tuesday, May 30th 2017, 8:01am

Hallo Dieter,

vielen Dank für Deine nette Antwort. Stimmt, auf den Auslagenstempel bin ich gar nicht eingegangen. Ich hatte mal in einem Rundbrief, ich meine er war vom DASV, gelesen, dass dieser Stempeltyp erst sehr spät zur Verteilung kam. Wenn Du einen Kontakt zu Dr. Laurs herstellen könntest, würde ich mich freuen von ihm zu hören. Ein Foto der Rückseite kommt heute oder morgen.

Beste Grüße,
André

5

Tuesday, May 30th 2017, 11:57pm

Hallo André,

ich habe kurz im Feuser wegen DÉBOURSÉ die Buchstaben A - E gecheckt. Das ergab folgendes Bild: Ich fand 15 Orte, die einen solchen Stempel hatten. 1798 COLOGNE (Schreibschrift), 1800 AACHEN, 1805 CLEVE, 1808 ALLENDORF und EIMBECK. Für die anderen 10 nennt der Feuser in der Tat eine Erstverwendung 1810 - 1813. Also stimmt die Aussage bezüglich der Frühdaten in dem dir bekannten Artikel nur teilweise.

beste Grüße

Dieter

traumsand

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6

Wednesday, May 31st 2017, 6:39am

Hallo Dieter,

die Departements wurden doch zu unterschiedlichen Zeiten errichtet. Der Lippe-Departement-Stempel wurde laut Reihardt (Albert Reinhardt: Departements Conquis 1792-1815) ab 1810 verwendet. Für den Déboursé-Stempel gibt er eine Verwendung ab 1812 an.

Der Artikel auf den ich mich bezog stammt von Wilfried Konerding und erschein im Rundbrief 444. Folgendes wird hierzu ausgeführt:
"Das Wissen um die DÉBOURSÉS-Stempel wurde in den letzten Jahrzehnten durch Prof. Hans Weidlich wesentlich erweitert. Die Einführung dieser Stempel wurde im westphälischen Circular No. 44 vom 23. September 1808 angekündigt (DASV-Rundbrief 1963, S.76), doch die Stempel wurden erst nach und nach geliefert. Ebenda findet sich der Hinweis, dass die meisten Expeditionen diesen Stempel nicht erhalten haben, sondern nur Postbureaus mit "Directeus"."

Die erste Verteilung erfolgte 1808-09. Die erst 1810 zu Westphalen gekommenen Orte des Aller-Dépt. erhielten den Stempel Ende 1810/Anfang 1811.

Beste Grüße
André

7

Thursday, June 1st 2017, 2:33am

Hallo André,

vielen Dank für die Informationen. Ich denke, daß ich die Anschaffung von 'Départements Conquis' vorziehe.
Was ich in Kürze gefunden habe, das paßt zu deinen Ausführungen. Die Stempel von Aachen und Köln fallen wegen ihrer Form aus dem Rahmen. Erst der Stempel von Kleve zeigt die später einheitliche Form L2 mit Nr des Départements. Linksrheinisch wurde der Stempel-Typ vielleicht früher eingeführt. Die anderen Frühverwendungen nach Feuser passen in das von dir genannte Schema.
Bei einer weiteren Suche bis zum Buchstaben L das gleiche Bild. Mit und ohne Dép-Nr ein FD 1808 - 1812. Nur der DÈB. 67 LANDAU wird mit FD 1800 geführt.
Eine sehr interessante Sache, das einmal durchzusehen. Wer solche Belege sammeln möchte benötigt ein gut gepolstertes Konto und seeehr viel Geduld. Bisher habe ich nur 3 Briefe mit DÉB. 103 CLEVES registriert. Die gleiche Anzahl ist mir vielleicht entgangen.
Ich freue mich auf mehr so interessante Belege aus deiner Sammlung.

beste Grüße

Dieter

traumsand

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8

Thursday, June 1st 2017, 1:19pm

Die Rückseite des Briefes birgt leider keine Geheimnisse.
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