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Roda127

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1

Tuesday, August 1st 2017, 4:27pm

Charge - Briefe

Hallo Zusammen,

da ich kein Thema gefunden habe wo ich dieses "schöne" Briefchen einstellen kann habe ich dieses eröffnet. Falls es nicht richtig sein sollte bitte verschieben.

Brief von Lichtenfels nach Bamberg an
Seine Wohlgebohren
Dem Königl. Bair. Herrn Appellation Gerichts
Advocaten Herrn Dr. Elsner
zu
Bamberg

Der Brief wurde (lt. Inhalt) in Trieb bei Lichtenfels geschrieben. Am 2.9.1840 wurde er in Lichtenfels aufgegeben und erhielt den Ortsstempel von Lichtenfels, sowie einen sauberen Charge Stempel. Unter diesem ist der Vermerk Schein. also wurde für diesen Brief ein Postschein ausgestellt. Zusätzlich erhielt der Brief ein Rötelgitter und zusätzlich das Rötelkreuz.
Rechts oben steht die Einschreibnummer 624 unter welcher er im Postmanual eingetragen wurde.
Mit dem Gekrakel / Vermerk auf der Rückseite komme ich nicht klar und benötige Eure Unterstützung.

Wenn ich etwas verkehrt beschrieben habe würde ich mich über eine Berichtigung freuen.

Liebe Grüße
Roda127
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2

Tuesday, August 1st 2017, 5:00pm

Hallo Roda127,

hinten könnte eine 3 oder 4 stehen, also 1. Gewicht oder 2. Gewicht, je nachdem. Das eine hat wohl das andere korrigiert ...

Mit 4 Kr. Chargégebühr also ein 7 oder 8 Kr. Frankobrief. Sehr schönes Stück aus bekannter Korrespondenz! :P :P
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Roda127

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3

Tuesday, August 1st 2017, 5:24pm

Hallo bayern klassisch,

vielen Dank.
Also ich denke eher an eine 8.
Ich habe mal, falls jemand Interesse hat, noch den Inhalt angehängt.

Ja, das ist eine bekannte Korrespondenz. Da gibt es einige Belege bei mir im Verein.

Liebe Grüße
Roda127
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4

Tuesday, August 1st 2017, 5:31pm

Lieber Roda127,

bei 30 km Entfernung, also unter 6 Meilen, steigt das Franko so:

3x bis 1/2 Loth, 4,5x bis 1 Loth, 6x bis 1,5 Loth und 7,5 Kr. bis 2 Loth (35g). Ein Brief mit 35g wäre schon außergewöhnlich ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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5

Wednesday, August 2nd 2017, 9:16am

Lieber bayern klassisch,

danke für die Infos.

Ich habe den Brief einmal gewogen, er wiegt ca. 6 Gramm.
Es fehlt ja leider das Siegel. Mit diesem könnte der Brief entweder noch bei 1/2 Loth liegen oder schon in den 1 Loth Bereich fallen.

Liebe Grüße
Roda127
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6

Wednesday, August 2nd 2017, 9:51am

Lieber Roda127,

selbst wenn das Siegel, was ich nicht glaube, 5g gewogen hätte, würden wir für die von dir genannten 8 Kr. noch einiges weg sein ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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7

Wednesday, August 2nd 2017, 10:43am

Lieber bayern klassisch,

ich glaub Dir ja.

Wenn ich den Brief dreh ist die 3 sehr wahrscheinlich, warum dann darüber gekrakelt wurde und was genau wird nur der ehemalige Postler beantworten können. ;)

Liebe Grüße
Roda127
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8

Wednesday, August 2nd 2017, 12:29pm

Lieber Roda127,

die Notation auf den Siegelseiten diente ja primär der Überprüfung des eigenen Personals hinsichtlich seiner (wohl meist vorhandenen) Fähigkeit, Taxtabellen richtig zu interpretieren. Der Absender hatte ja sein Schärflein beigetragen, in dem er "cash" am Schalter bezahlt hatte und den Empfänger interessierten Taxen hinten gar nicht, eher vorne, weil er die ja zahlen sollte.

Von daher ist eine Franko - Klaue weniger tragisch für den weiteren Postverlauf, als eine Porto - Klaue, wenn ich diesen Terminus hier mal einführen darf.

Die alte Reichspost hat ja aus mehreren Gründen oft gar kein Franko notiert, obwohl sie natürlich eines erhalten hatte ... da hat es auch keinen gestört.

Amtlich korrekt wäre das Abstreichen (vorn oder hinten war egal) der falschen Taxe gewesen und das Vermerken der treffenden Taxe. Aber es ist doch schon etwas besonderes, wenn man so einen Brief hat, bei dem der Interpretationsspielraum ausgeschöpft wurde ... ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

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9

Saturday, September 9th 2017, 10:05am

Liebe Freunde,

Poststücke bei der Briefpost waren rechtzeitig aufzugeben, weil sonst die Aufgabepost nicht mehr garantieren konnte, dass sie noch am selben Tag abgingen. Kam die Kundschaft zu spät an die Schalter, wurden sog. Verzögerungsstempel eingesetzt, jedoch nur bei Ämtern mit großem Aufkommen und nicht bei den kleinen Poststellen.

Bei gewöhnlichen Stücken sollte man mindestens 1/2 Stunde vor Postabgang seine Korrespondenz aufgegeben haben, qualifizierte Poststücke jedoch, und dazu zählten alle recommandirten Belege, mussten mindestens 1 Stunde vor Postabgang vorgelegt werden.

Der Brief des Herrn Eylert aus München vom 6.10.1842 sollte 4 Kr. Recogebühr kosten, die Eylert auch auslegte, aber auch 6 Kr. Porto für den Empfänger, die Buch- und Verlagshandlung Manz in Regensburg. Als er am Schalter ankam, erhielt er seinen Postschein mit der Nr. 493 ausgefertigt, doch es war schon zu spät, um ihn noch einzuschreiben in die Briefkarte nach Regensburg, so dass man folgerichtig N.Abg = Nach Abgang (der Post) stempelte. So ganz richtig war das nicht, denn die Post war ja i. d. R. noch nicht abgegangen, nur war halt zu wenig Zeit, um ihn korrekt zu behandeln und einzutragen.

Aber es war eher ein Stempel für den Empfänger, der sehen sollte, warum ihn sein Brief nicht schon früher erreichte.
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10

Monday, November 13th 2017, 12:26pm

Chargé der Advokaten

Liebe Freunde,

es gab immer wieder Ärger bei einigen Postexpeditionen, wenn kgl. Advokaten ihre eigenen Scheine zu Einschreibebriefen vorlegten und diese ausgefertigt haben wollten. Das Problem war, dass die Advokaten diesen Dienst kostenlos wollten, während der Postexpeditor seine Scheine ja von der Materialverwaltung der Post zu kaufen hatte, ehe er sie für 4 Kreuzer an den Kunden bringen durfte.

Dies gipfelte dann in einer Verordnung (die ich mühsam nachsuchen müsste), in der die Generaldirektion der k. b. Verkehrsanstalten ihre Postbediensteten anwies, diese Scheine der Advokaten kostenlos auszufertigen, andernfalls es eine Strafe für sie gäbe.

Hier haben wir einen der m. E. sehr seltenen Fälle vor uns, in denen wir das nachweisen können:

In Ellingen zur Post gegeben und in Ansbach am 24.7.1824 verfasst vom Advokaten Posching an den Advokaten Loeblein in Pappenheim und mit frei bezeichnet, wiewohl die Siegelseite blank ist und auch von einer Recommandation ist entgegen der Vorschrift vorne nichts zu lesen.

Dennoch mit Chargé gestempelt, blieb nur die Expeditions - Nummer des absendenden Advokaten 2909 erhalten, die auch für den Postschein galt und auf ihm einzutragen war.
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11

Friday, December 8th 2017, 2:23pm

Liebe Freunde,

ein kleines Schmuckstück aus Erlangen vom 2.12.1818 wurde als Portobrief recommandirt für 3 Kreuzer Porto aufgegeben (Chargé - Angabe fehlt auf dem Brief). Die Aufgabepost taxierte ihn mit 3 Kr. und ich gehe davon aus, dass Farnbach (Burgfarrnbach heute) weitere 3 Kreuzer für einen konzessionierten Boten nach Brunn ansetzte, wo der Empfänger, der regierende Graf von Pückler und Limpurg residierte.

Unter der Reco - Nr. oben rechts, die in Nürnberg mit einer 1 versehen wurde, wurde er in der Briefkarte geführt.

Die eigentliche Besonderheit liegt aber in der roten Chargé - Stempelung, während der Aufgabestempel üblich in schwarz gehalten wurde. Wunderschön auch das Absendersiegel, das ich leider niemandem zuordnen kann.
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12

Friday, December 8th 2017, 2:29pm

Liebe Freunde,

und den noch gleich hinterher - geschrieben in Herzogenaurach am 3.5.1825 auf 3 Kreuzer - Stempelpapier, war er an den Magistrat in Wien gerichtet und musste daher bis zur Grenze frankiert werden, hier 15 Kreuzer siegelseitig notiert.

Aber der Grenze kamen 28 Kreuzer Conventionsmünze dazu, wobei ich mir nicht sicher bin, warum weitere 6 xr (Kreuzer) in Wien angeschrieben wurden. Für eine Zustellgebühr ist mir das viel zu hoch.

Auch hier sehen wir den schwarzen Erlanger, aber einen roten Chargé - Stempel. Wieder rechts oben die Manualnummern 4 von Erlangen und 1 von Nürnberg - in Österreich bekamen solche Briefe keine neue Reco - Nummer aufgebracht, nur intern wurden sie natürlich in der Briefkarte erfasst.
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