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221

Monday, August 14th 2017, 9:59pm

Liebe Sammlerfreunde,
dieser Brief aus Plattling vom 14. September 1851 wurde kurz vor der Möglichkeit einer Markenfrankatur
über Frankreich nach Amerika auf den Weg gebracht. Leider war er auch ohne Briefmarken nicht zum Preis
einer Pizza zu erstehen, vielleicht hält die Freude an ihm doch etwas länger als am Genuss einer solchen.
Netterweise wurde der rückseitige Frankoansatz von 9 und 36 xr. erst falsch und dann in die richtige Reihen-
folge gebracht, in USA waren dann nochmal 20 Cent fällig.
Beste Grüße
bayernalbi
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222

Tuesday, August 15th 2017, 6:19am

Guten Morgen bayernalbi,

das ist auch so ein sehr seltenes Stück, weil es zur Markenzeit kaum Briefe mit dieser Art der Frankatur gibt und man über jeden froh sein muss, der es bis heute überlebt hat. Dass man das Franko erst falsch notierte, macht ihn auch nicht schlechter. Ein feines Stück nach dem 1847er Vertrag mit Frankreich, das man erst einmal finden muss. Glühstrumpf zu dieser Variante - die andere hätte schon ein paar Monatsabos beim Pizzadienst erfordert und diese Unkosten wollen wir uns ja nicht antun ... ^^
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Laurent

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223

Tuesday, August 15th 2017, 9:02am

Hallo,

Abfahrt aus Le Havre,
Stempel auf der Rückseite : Bureau maritime ( = Hafenpostamt) / Datum / Havre.

24. September, Seeweg mit dem Dampfer Humboldt (NY & Havre Steam Navigation Co), dieser Dampfer hat Schiffbruch auf hoher See aus Halifax 1853 gemacht.

..............

224

Tuesday, August 15th 2017, 5:50pm

Hallo Ralph und Laurent,

habt vielen Dank für Eure rasche Antwort,

beste Grüße

bayernalbi

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225

Saturday, August 19th 2017, 6:08pm

Hallo zusammen,
hier mal ein Beleg aus der Pfennigzeit, der mir Rätsel aufgibt. 25 Pfg. Franco gibt es nur bei einer
Drucksache der 5. Gewichtsstufe, bei diesem Umschlag eher unwahrscheinlich. Dazu ein rückwärtiger
Ankunftsstempel Cleveland,O REC'D, was ja wohl für Recommended steht. Einschreiben ? Keinerlei
Hinweis darauf von Aufgeberseite. Weiß jemand Rat ?



Schönes Wochenende
weite Welle

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226

Saturday, August 19th 2017, 7:04pm

Lieber Franz,

müsste eher "received" = angekommen, erhalten heißen.

Vlt. sind einem die 20 Pfg. Marken ausgegangen und es war dringend, ihn zur Post zu geben?

An eine DS der 5. Gewichtsstufe glaube ich allerdings auch nicht ganz ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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227

Saturday, August 19th 2017, 8:10pm

Lieber Ralph,

manchmal kommt man nicht auf das Naheliegendste. Natürlich muss es received heißen.
An die Sache mit der Überfrankatur habe ich auch schon gedacht, ist eigentlich das Plausibelste.
weite Welle

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228

Saturday, August 19th 2017, 8:21pm

Lieber Franz,

kannst du mal die ganze Rückseite zeigen? Wenn der Umschlag verschossen war, fällt eine DS eh weg. Üblicherweise hätte man printed matter geschrieben, oder Gedrucktes, je nachdem.

In solchen Fällen (also einer unerklärlichen Überfrankatur) hätte nur noch die Farbe eine Rolle spielen können - aber die einzige Marke, die in diese Richtung spielte, wäre die 40 Pfg. gelb gewesen, bzw. im Großformat die 2 Mark - aber daran kann ich hier kaum glauben (40 Pfg. hätte für das 2. Gewicht gereicht und das ist ja auch nicht zu erkennen).

Machs wie ich: Gründe eine Minisammlung "Überfrankaturen" und freue dich, wenn du nach 20 Jahren den 1. Rahmen zusammen bekommst. :D
Liebe Grüsse vom Ralph

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229

Saturday, August 19th 2017, 8:33pm

Hallo die Runde

Ist eine Überfrankatur so selten?
Ich habe mich letztlich etwas mit Briefe/Karten vom Ende 19. Anfang 20. Jahrhundert beschäftigt. Meist Übersee und hier ist nicht selten Überfrankaturen zu finden. Mein Verdacht ist dass es für Sammler so gemacht war.

Wie es in Bayern war kennt ihr es besser als ich.

Viele Grüsse
Nils
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230

Saturday, August 19th 2017, 8:59pm

Hallo Nils,

ich bezog meine Aussage auf meine Zeit (bis 1875) und die Zeit, die Franz sammelt (also hauptsächlich die Jahre 1876 - 1881) und da ist bei Überfrankaturen nichts häufig.

Sammlerbriefe fallen hier nicht rein - die gab es erst später, i. d. R. in den späten 1880er Jahren und dann in den 1890er Jahren werden sie Masse.
Liebe Grüsse vom Ralph

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231

Saturday, August 19th 2017, 9:27pm

Sammlerbriefe fallen hier nicht rein - die gab es erst später, i. d. R. in den späten 1880er Jahren und dann in den 1890er Jahren werden sie Masse.
Hallo Ralph

Ich lese hier 1902 - Recieved Stempel. So der Brief stammt aus die Zeit wo es Massenware war.

Viele Grüsse
Nils
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232

Sunday, August 20th 2017, 7:57am

Hallo Nils,

bei Betrachtung des Einzelfalls (Hotelkuvert, also nichts selbst gebasteltes) glaube ich eher nicht an sammlerische Intention, wobei man das ja nie wissen kann. Wird eher ein amerikanischer Reicher gewesen sein, der sich das Hotel leisten konnte und kein bayer. Sammlerfreund, weil auch die Schrift die eines Amerikaners aus der Zeit ist.
Liebe Grüsse vom Ralph

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233

Sunday, August 20th 2017, 9:45am

Hallo Ralph

Auch die Reichen gehören auch die Massen (ab und zu) :)

Eine Minute Suche hat mich zu der grosse Philatelist Charles Lathrop Pack geführt. Er ist der Vater von der Empfänger hier; sein 12 Jährigem Sohn Randolph Green Pack.

https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Lathrop_Pack


Viele Grüsse
Nils
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234

Sunday, August 20th 2017, 1:06pm

Hallo Nils,

dann ist das Hotel in seiner Luxuriosität geklärt und die 5 Pfg. Überfrankatur dürften auch keinen Armen getroffen haben. :D
Liebe Grüsse vom Ralph

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235

Sunday, August 20th 2017, 1:22pm

liebe Sammlerfreunde,
neben dem philatelistischen Aspekt finde ich den Umschlag selbst herausragend. Besonders der dezente Hinweis auf die allerneuesten technischen Errungenschaften ELEKTRISCHES LICHT und LIFT gefällt mir.
beste Grüße
Erwin W.
preussen_fan

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236

Sunday, August 20th 2017, 1:34pm

Hallo Ralph, Niels und preussen fan,

die Rückseite gibt nichts her, da ist nur der Stempel, sie ist zugeklebt. Also wahrscheinlich Überfrankatur. Die 25-Pfg.-Marke
war ja hauptsächlich dazu herausgegeben worden, die Eilbotengebühr abzudecken. Vielleicht hatte sich eine in die Portobestände
des Hotels verirrt, war dann dafür nicht gebraucht worden und als der amerikanische Gast nach einer Marke fragte, hat man sie
ihm gegeben, um sie endlich los zu werden. Man kann da schöne Geschichten hinein erfinden......
Der Hinweis auf den Empfänger veranlasst mich, den Umschlag sofort in die Schublade "Sophy" zu stecken, vielen Dank dafür.
Da passt natürlich auch der Hinweis auf die technische Ausstattung des Hotels gut dazu.

Habe mir gerade das corpus delicti nochmal angesehen und da fiel mir die Anrede "Master" auf. Meine Recherche ergab, dass
diese Anrede früher in den englischsprachigen Ländern üblich war für Jungen im Alter von etwa 7-13 Jahren. Der Empfänger war da
gerade 11 Jahre alt, das passt also genau. Wahrscheinlich war der Schreiber sein Vater, der auf Geschäftsreise in Bayern weilte.
Eine Urlaubsreise halte ich nicht für wahrscheinlich, weil der Sohn da ja wohl dabei gewesen wäre. Wie gesagt, bei "Sophy" kann
man trefflich spekulieren. Und nachdem der Schreiber Philatelist war, ergibt sich gleich wieder eine Verbindung zur Überfrankatur:
er hatte schon mehrmals heimgeschrieben und wollte mal eine andere Marke als das Standardporto verwenden.

Übrigens ist der Umschlag nicht oben beschnitten, das war mein böser scanner.

Schönen Restsonntag
weite Welle

This post has been edited 2 times, last edit by "weite Welle" (Aug 20th 2017, 1:49pm)