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21

Saturday, March 11th 2017, 10:21am

Hallo balf de,

beim Ovalstempel "BADEN" handelt es sich um einen preußischen Herkunftsstempel, der nach dem Eintreffen des direkten Paketschlusses Heidelberg-Berlin in Berlin abgeschlagen wurde. Eingeführt wurden diese Stempel 1838. Die entsprechende preußische Circularverfügung ist leider noch nicht aufgetaucht.
Es handelt sich hier um eine ergänzende Maßnahme zum Postvertrag Preußen-Baden von 1834. Diese Stempel dienten zur Erleichterung der Berechnung der Taxen bzw. Transitvergütungen. Für die unmittelbaren Preußisch-Badischen Paketschlüsse erhielten auch Bayern und Taxis pauschale Vergütungen.

Grüße von liball

balf_de

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22

Sunday, March 12th 2017, 1:43pm

Hallo liball,

ganz herzlichen Dank für Deine Hilfe zur Belegbeschreibung! Als Heimatsammler sollte man doch zumindest die Stempel ordentlich beschreiben können …
Als kleines "Dankeschön" habe ich extra für Dich :rolleyes: ein "liebes" Briefchen herausgesucht. Allerdings passt es nicht perfekt hierher, denn offensichtlich musste Fräulein Liebreich die Portokosten nicht übernehmen …

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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23

Sunday, March 12th 2017, 5:58pm

Hallo balf de,

hier handelt es sich um einen Frankobrief. Diese sind zu dieser Zeit deutlich seltener als Portobriefe.
Der Absender bezahlte insgesamt 59 Kr. Hiervon erhielt Baden 10 Kr. und Preußen ein Weiterfranko von 49 Kr. = 14 Sgr.

Grüße von liball

balf_de

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24

Monday, March 13th 2017, 8:27pm

Hallo libell,

das sind ja spannende Neuigkeiten! Mir hat der Brief aus dem Jahr 1843 bisher hauptsächlich wegen des Namens der Empfängerin gefallen, aber über die siegelseitigen Taxvermerke habe ich mir keine Gedanken gemacht. Fast einen Gulden hatte der Absender zu bezahlen! Über das Gewicht des Briefs kann ich nichts sagen – es handelt sich eigentlich um eine „Brief-Ruine“, die mit relativ dickem Papier komplett hinterlegt – gestützt – ist.
Leider kann ich auch den durchgestrichenen Text auf der Adresseite links unten nicht vollständig entziffern. Heißt es da „hiebei ein Päckchen in Packpapier signiert F.L. Koenigsberg“? Hilft das eventuell bei der Portoklärung? Die "14" habe ich bisher für das vom Absender entrichtete Porto in Kreuzern gehalten. Und – ganz nebenbei – ist die Schreibweise von „Koenigsberg“ mit „oe“ nicht auch recht ungewöhnlich?

Viele Grüße
Alfred (balf_de)

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25

Monday, March 13th 2017, 9:41pm

Lieber Alfred,

unten links stand (und das macht ihn noch interessanter):

Hiebei ein Päckchen
in Packpapier signirt
F. L. Koenigsberg

Der Brief war also ursprünglich als Paketbegleitbrief (Fahrpost) gedacht, dann aber als Briefpostgegenstand versendet.

Das Gewicht ließe sich ermitteln, wenn man den Laufweg wüsste und darüber die Distanzen ermitteln könnte.

Bei 14 Sgr. Weiterfranko für Preußen wird er aber sicher schwer gewesen sein. Mit 5,5 kg Katze auf der Wampe fällt mir der Nachvollzug aber etwas schwer ... ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

balf_de

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26

Monday, October 30th 2017, 7:51pm

Hallo zusammen,

ein Briefchen nach Bayern ist mir zugelaufen, das mir rätselhaft erscheint: der Gemeinderat der Stadt Heidelberg sandte es am 4. Dezember 1844 (Handbuch 05714 früh!) an den Magistrat der Stadt Erlangen. Das Porto ist mit 12 Kreuzern taxiert. So weit, so gut.
Aber sowohl der adressseitige Stempel "Würzburg Auslage" als auch der siegelseitige Ankunft (?) Stempel vom 5. Dezember stammen aus Würzburg. Wurde Erlangen Ende 1844 wegen Autonomiebestrebungen fremdverwaltet 8o oder war es damals bei Würzburg eingemeindet :?: :?:


Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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27

Monday, October 30th 2017, 8:17pm

Lieber Alfred,

leider kann ich deine gewagte These nach bayerischer Separation nicht stützen - jedenfalls nicht auf postgeschichtlicher Ebene. :D

Der Kartenschluß Heidelberg - Würzburg wird hier schön dokumentiert, machte Würzburg doch das Paket mit Post aus (und über) Heidelberg auf und stempelte artig jedes Poststück siegelseitig Eingang.

Dann wurde das Gemeinschaftsporto, das Heidelberg mit 12x festgesetzt hatte, geprüft, für richtig befunden und in Folge dessen der Auslagestempel auf der 12 abgeschlagen. Es war also ein bis 1/2 Loth schwerer Brief über 15 Meilen, für den je Baden und Bayern 6x bekamen.

Nettes Stück - solche darfst du gerne öfter zeigen. :P
Liebe Grüsse vom Ralph

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