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121

Friday, June 23rd 2017, 1:58pm

Liebe Freunde,

ob es den je so geben durfte?

RS = Regierungs - Sache des bayer. Landgerichts Regen an das k. k. böhmische Wirtschaftsamt in Eisenstein (böhmisch Eisenstein) vom 26.8.1841.

Eigentlich in Bayern portofrei, aber in Österreich portopflichtig, weil die Gebührenfreiheit an der Grenze zu Österreich endete. Hier aber keine Taxe für die Empfängerbehörde, obwohl es nur Bayern anging, wie uns der Inhalt erklärt:

"Michael Fischer, Soldat des königl. bayr. Inf. Regiments Seckendorff hält sich wahrscheinlich bey seinem außerehelichen Vater, dem Büchsenmacher Fischer in Eisenstein auf, und deßhalb stellt man das dienstfreundliche Ansuchen denselben im Betretensfalle arretiren, und hieher liefern zu laßen. Hochachtung! Der kgl. Landrichter Zottmann".

Leider weiß ich nicht, ob Bayern des offenbar fahnenflüchtigen Fischer habhaft wurde - aber interessant ist solch ein Inhalt allemal.
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Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

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122

Sunday, June 25th 2017, 7:47am

Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Teilfrankobrief aus Nürnberg der Firma G. G. Fendler vom 16.5.1834 an den großen J. J. Voith in Steyr.

Siegelseitig zahlte man 10 Kr. rheinisch bis zur bayer. - österr. Grenze. Ab da kamen 10 + 2 = 12 Kr. CM dazu, die sich mir als Addition nur dahin gehend erschließen könnten, weil es einen Boten gegeben haben könnte, der Voith für 2 Kr. CM seinen Brief in die Behausung brachte.

Die 10 Kr. CM Postporto für einfache Briefe über 6 bis 9 Poststationen sind mir bekannt, nur 2 Kr. CM Botenlohn halt nicht.

Interessant ist auch der Inhalt: "... Inliegend übermachen wir Ihnen f 2037. 12x p. Ende Juni auf H. Hillenbrands Erben in Augsburg, wir ersuchen Sie hiervon das nöthige zu besorgen und unsere Rechnung nach Eingang, unter gefällige Anzeige vollends auszugleichen. Achtungsvoll zeichnen ergebenst G. G. Fendler".

Heute also nicht mehr vorhanden war ein Wechsel über mehr als 2.000 Gulden, heute etwa 100.000 €. Der Versand wurde aber nicht als Wertbrief, sondern als Recobrief bewerkstelligt. Die Recommandation kostete nur 4 Kr. rheinisch, jedoch waren im Verlustfall auch nur 25 Gulden rheinisch zu erhalten und der Wechsel war weg. Die bayer. Reconummer wurde vorne oben rechts notiert, eine weitere (wo?) hinten dazu.

Die Frage ist natürlich: Durfte man nach den Postprinzipien Wertgegenstände (Wechsel, Bargeld usw.) überhaupt der Briefpost andienen, oder war das prinzipiell gestattet, halt ohne Ersatzmöglichkeit des wahren Wertes und somit nur unter Erstattung von 25 Gulden rh. im Verlustfalle?
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123

Monday, October 30th 2017, 5:09pm

Liebe Freunde,

eine kleine Rosine darf ich heute aus Straubing vorstellen, die sich am 29.1.1834 auf ihren recommandirten Weg nach Wien machte.

In Straubing mit dem obligaten Zweizeiler etwas mangelhaft hinsichtlich des Aufgabetages gestempelt, holte man dieses zur besseren Kenntlichmachung auf der Siegelseite (!) nach. So habe ich das noch nie gesehen.

Auch den Chargé - Stempel frontseitig, wie es die Vorschrift war, holte man siegelseitig nach, wie es mir in keinen 5 Fällen von Bayern bisher bekannt wurde. Jedoch annullierte man beide Stempel wieder mit derselben Tinte, mit der man das Franko bis zur österreichischen Grenze von 6 Kr. rheinisch notiert hatte!

Unter der Reconummer 411 war er in Straubing erfasst worden, während er in Österreich bei seinen Kartierungen keine weitere Nummer zugeteilt bekam. Für 28 Kr. Conventionsmünze wurde er am 1.2.1834 in Wien zugestellt.
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124

Friday, December 8th 2017, 2:30pm

Liebe Freunde,

und den noch gleich hinterher - geschrieben in Herzogenaurach am 3.5.1825 auf 3 Kreuzer - Stempelpapier, war er an den Magistrat in Wien gerichtet und musste daher bis zur Grenze frankiert werden, hier 15 Kreuzer siegelseitig notiert.

Aber der Grenze kamen 28 Kreuzer Conventionsmünze dazu, wobei ich mir nicht sicher bin, warum weitere 6 xr (Kreuzer) in Wien angeschrieben wurden. Für eine Zustellgebühr ist mir das viel zu hoch.

Auch hier sehen wir den schwarzen Erlanger, aber einen roten Chargé - Stempel. Wieder rechts oben die Manualnummern 4 von Erlangen und 1 von Nürnberg - in Österreich bekamen solche Briefe keine neue Reco - Nummer aufgebracht, nur intern wurden sie natürlich in der Briefkarte erfasst.
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Liebe Grüsse vom Ralph

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125

Monday, January 22nd 2018, 7:54pm

Hallo zusammen.

Folgenden Brief möchte ich zeigen:

Teilfrankobrief bis ½ Loth (Wiener Loth) von Wien nachSchwarzenberg.

Am 27.06.1841 in Wien geschrieben und mit dem Leitvermerk über Nürnberg nach Langenfeld versehen. Da es den Grenzfrankozwang zwischen
Österreich und Bayern gab, musst der Absender 14 Kr. CM. bis zur bayerischen Grenze bezahlen (Österreich sah den Brief in der ersten Gewichtsstufe bis ½
Loth und über 12 Poststationen), die auf der Siegelseite vermerkt wurden.
Grenzpostamt war Schärding.
Ab der bayerischen Grenze wurden 18 Kr. Rh. (6. Taxrayonüber 30-36 Meilen und für Bayern in der zweiten Gewichtsstufe über ½ - 1 Loth, von
Nürnberg taxiert) fällig, die vom Empfänger zu bezahlen waren.

Viele Grüße
kreuzerjäger
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126

Monday, January 22nd 2018, 8:01pm

Hallo Kreuzerjäger

Was ich besonders interessant bei deinem Brief finde ist das Siegel. Warum gibt es hier ein Siegel vom Schwarzenbergsche Haupt-Zahl Amt?
Hatten die eine Filiale in Wien?

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

127

Monday, January 22nd 2018, 8:53pm

Hallo Nils.

Das ist auch eine Frage, die ich mir gestellt hatte. Einen Absender konnte ich nicht feststellen, deshalb hatte ich den gleichen Gedanken wie du.

Das einzige was ich bisher heraus gefunden habe ist folgendes:

17. Jahrhundert: Das Haus Schwarzenberg verlagerte denSchwerpunkt seiner Herrschaft nach Wien und Böhmen, das Schloss blieb jedoch
bis 1806 Sitz der Regierung und Verwaltung
der reichsunmittelbaren fürstlichenGrafschaft Schwarzenberg.

Ich schaue mal, ob ich da noch etwas heraus finden kann.

Im Anhang ist noch ein Teil des Inhaltes. Vielleicht untermauert dieser deine Frage noch.


Viele Grüße
kreuzerjäger
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