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Sunday, May 20th 2018, 2:58pm

Nachsendung in Preussen

Geschätzte Experten!

22.9.1864; 15-Kreuzer-Ganzsachenumschlag der Ausgabe 1863, für den einfachen Brief nach Breslau im DÖPV.
Der Brief war als einfacher Brief (1 Zollloth exklusive) in der 3. Entfernungsstufe (über 20 Meilen) mit 15 Kreuzern frankiert. Rückseite: 10 Kreuzer Einschreibgebühr.
Am 23.9. wurde der Brief in Breslau als höhergewichtig erkannt (2 Loth exklusive; 2. Gewichtsstufe). Es fehlten 15 Kreuzer = 3 Silbergroschen und es wurde für die nicht frankierte Gewichtsstufe 1 Silbergroschen zugeschlagen. Porto daher 4 Silbergroschen (blaue Tinte).

Nun bitte ich um Unterstützung, da mir die preußischen Verhältnisse nicht klar sind:
Da der Brief nicht zustellbar war, wurde er am 24.9. nach Warmbrunn, Kreis Hirschberg in preuß. Schlesien, weitergeleitet (Vermerk vorderseitig).
Die 4 Silbergroschen wurden gestrichen und durch 8 Silbergroschen (hellblauer Stift) ersetzt. Die Entfernung Breslau – Warmbrunn betrug ca. 13 Meilen (richtig gemessen?) = 2. Entfernungsstufe (über 10-20 Meilen). Der einfache Brief (1 Loth exklusive) kostete 2 Silbergroschen.
Auf dem Brief links oben befindet sich eine Gewichtsangabe von 1 1/20(?), was jedenfalls die 2. Gewichtsstufe bestätigt. Die 2 Silbergroschen wurden daher verdoppelt = 4 Silbergroschen + 4 Silbergroschen,
die in Breslau taxiert worden waren = gesamt 8 Silbergroschen. Die Rechnung funktioniert nur, wenn es einen Zuschlag für unfrankierte Briefe gab.
Vielleicht fällt der Brief in die 1. Entfernungsstufe (bis 10 Meilen), 2. Gewichtsstufe = 2 Silbergroschen + 2 Silbergroschen für die beiden nicht frankierten Gewichtsstufen = 4 Silbergroschen zuzüglich der 4 Silbergroschen von Breslau, wären dann die 8 Silbergroschen.

Für Meldungen und Korrekturen zu dem Thema bin ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Heribert Kaufmann, Wien
hk1190 has attached the following images:
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2

Sunday, May 20th 2018, 3:25pm

Lieber Heribert,

wenn sich unsere Preussen nicht melden, sage ich dir was dazu.

P.S. "Mit Fotografien recommandirt" - wunderbares Stück und ganz großes Kino. :P :P :P
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

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3

Sunday, May 20th 2018, 3:58pm

Hallo hk1190

wie schon richtig geschrieben, liegt die Entfernung von Breslau nach Warmbrunn in der 2. Entfernungsstufe (120 km Luftlinie = 16 Meilen). Der Stempel Entlastet Breslau bedeutet, dass die 4 Sgr. Porto nicht in Breslau eingeholt werden konnten und so das Porto zurückgerechnet werden mußten.
Für die Nachsendung fielen wie schon richtig geschrieben ebenfalls 4 Sgr. an, also alles korrekt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

4

Monday, May 21st 2018, 3:36am

Zur Nachsendung

Nun ist mir die Nachsendung in Preußen klar: es wurde innerhalb Preußens nur das Briefporto für frankierte Briefe, aber kein Zuschlag verrechnet (Gesetzsammlung für die kgl. Preuß. Staaten 1861, S. 35).
Herzlichen Gruß
Heribert Kaufmann, Wien

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5

Monday, May 21st 2018, 7:56am

Hallo Heribert

innerhalb Preussens gab es generell keinen Zuschlag auf Portobriefe, also das Franco war genauso hoch wie das Porto.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

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6

Monday, May 21st 2018, 10:31am

Lieber Heribert,

was du beschreibst, galt nur für preussische Briefe = Inlandsbriefe, nicht für Postvereinsbriefe. Hier hatten wir aber einen Postvereinsbrief vor uns, der immer noch unterfrankiert weiter geschickt wurde, daher die Verdoppelung des Portos bei der Weiterleitung.

Bei seiner Zustellung wurde das Gesamtporto kassiert und musste komplett an Österreich rückvergütet werden. Hätte man da die vergünstigte Inlandstaxe angewandt, hätte Österreich eine buchmäßige Forderung gegen Preussen durchsetzen können.
Liebe Grüsse vom Ralph

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