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Saturday, August 25th 2012, 6:51pm

Schwetzingen - Kaiserslautern 08.01.1907

Hallo zusammen,

bei dem nachstehenden IM-Pfalzbeleg aus Schwetzingen nach Kaiserslautern besteht ganz hervorragenderweise die Möglichkeit einer vollständigen "Sophie-Anlayse".

Zunächst zum Inhalt, demnach die Großherzogliche Bezirksstadt Schwetzingen den Herrn Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission des Aushebungsbezirks Kaiserslautern gemäß § 46 Ziff. 9 der W.O. (Wehrordnung) ergebendst davon in Kenntnis setzt, dass der zu Kaiserslautern geborene Hermann Grünenwald, Sohn der hier wohnhaften Holzschuhmacher-Eheleute Georg Grünenwald und Eva geb. Schmitt im Alter von 1 Jahr und 1 Monat verstorben ist.

Die Gesetze und Ausführungsbestimungen für Aufbringung zum - nach der Reichsverfassung zwingenden und ohne Stellvertretung abzuleistenden - Wehrdienst wurden in der Wehrordnung und Heeresordnung vom 22.11.1888 zusammengefasst, welche abgesehen von der 1893 stattgefundenen Verkürzung der aktiven Dienstzeit, bis 1914 unverändert Gültigkeit hatte.* Die w.o. angesprochende Ziffer 9 des § 46 Wehrordnung anbei dann noch als Auszug.

*vgl. Prinz C., Der Einfluss von Heeresverfassung und Soldatenbild auf die Entwicklung des Militärstrafrechts, in: Osnabrücker Schriften zur Rechtsgeschichte, Bd.7, 1.Aufl., Osnabrück 2005, S.138

Schönen Gruß

vom Pälzer
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Thursday, December 20th 2012, 12:34am

Ludwigshafen - Heidelberg 20.01.1920

Hallo zusammen,

heute einmal eine völlig andere Art der Portofreiheit innerhalb der bayerischen Pfalz, welche bekanntlich nach dem am 11.11.1918 abgeschlossenen Waffenstillstandabkommen von Compiègne hpts. durch Truppen der 8. französischen Armee besetzt wurde. Unter dem Kommando des Generals Augustin Grégoire Arthur Gérard war dies bis etwa Mitte Dezember 1918 abgeschlossen.

Nach Dr. W. Niedermeier (Französische Postzensur in der Pfalz in: Bezirksgruppe Neustadt der Gesellschaft für deutsche Postgeschichte (Hrsg), Pfälzische Postgeschichte - Postgeschichtliche Blätter Nr. 40, Kaiserslautern 1974, S. 166 ff.) unterlag der Postverkehr in das nichtbesetzte Reichsgebiet starken Kontrollen / Beschränkungen, innerhalb des Besetzungsgebiets vergleichsweise geringen Reglementierungen.

Die Postüberwachung wurde durch französische Kontrolloffiziere durchgeführt. Hierfür wurden militärische Prüfungs- und Überwachungsstellen für die Südpfalz in Landau, für die nördliche Hälfte der Pfalz in Ludwigshafen eingerichtet. Sendungen für den innerpfälzischen Postverkehr waren den örtlichen Zensurstellen vorzulegen.

Nach dem Friedensvertrag von Versailles vom 10.01.1920 und dem von da an gültigen Rheinlandabkommen wurde die Zivilverwaltung wieder an die deutschen Behörden übergeben. Nach wie vor hatte jedoch auch die Postverwaltung französischen Befehlen Folge zu leisten.

So hatte sie weiterhin unentgeldlich und vorrangig die von der Besatzungsmacht eingelieferten Briefe und Pakete zu befördern. Wie man an dem nachstehenden Beleg vom Januar 1920 erkennen kann, betraf dies u.a. die vom französischen Militär eingesetzte Zivilgerichtbarkeit.

Schönen Gruß

vom Pälzer
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BaD

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Monday, July 8th 2013, 5:34pm

Hallo,
ein Militariabrief von 1764 von Mühlberg nach Hain ( heute Großenhain).
Die Anschrift mag noch dem" Militaria" genüge tun.
An den Obristen von Nischwitz des Printz Antonischen Infanterie Regimentes.
Das Stempelpapier der ersten Seite war bei einem Militariabrief eigentlich nicht nötig. Noch erstaunlicher, die zwei Abschriften ( eine abgebildet) von Schuldscheinen aus dem Jahre 1746 !! Der damalige Premier Lieutnant Carl Friedrich aus dem Winkel hatte sich 10 und 20 Thaler vom Briefschreiber geliehen. Und dieser wollte nach 18 Jahren endlich sein Geld. Da C.F. aus dem Winkel jetzt Hauptmann unter dem Obristen war. bat er diesen um Hilfe.
Ich glaube nicht, das der Inhalt der Portofreiheit eines " Militariabriefes" würdig war, aber er wurde ohne Portoerhebung befördert.
Gruß Bernd
P.S. Der Schuldner wollte binnen Dato und 2 Monate bezahlen, war das 1 Jahr und 2 Monate?
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Monday, July 8th 2013, 5:47pm

Hallo Bernd,

ich sehe das ähnlich wie du - auch eine Art Postbetrug.

Dato ... heißt: Ab heute in ... Monaten, also 2 Monate ab Datum des Briefes.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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BaD

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Monday, July 8th 2013, 5:53pm

Da es auf dem Schuldschein vom 18. Juni 1746 stand, wollte Winkel also am 18. August 1746 zurückzahlen.
Ziel leicht verfehlt, da kann man 1764 schon etwas ungeduldig werden.

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Monday, July 8th 2013, 5:57pm

Hallo Bernd,

damals gabe es nicht die obligaten 0,5% je angefangenen Monat, sonst wäre das dank des Zinseszinseffekts doch recht teuer geworden. Vlt. kam auch der 7 jährige Krieg dazwischen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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Sunday, July 21st 2013, 8:34am

Hallo Sammlerfreunde,

nachfolgend ein etwas neuerer, aber nicht minder interessanter Beleg:

Portofreier Einschreibebrief vom kgl. Bezirkskommando Aschaffenburg aus dem Jahre 1901 nach Frankfurt am Main. M.W. waren die Bezirkskommandos die Organisationsstruktur für die Landwehrverbände (= Reserve) in Bayern und als solche auch zuständig für regelmäßige Reserveübungen. Vermutlich wurde der gute Herr Hauptmann zu einer solchen "eingeladen". Belege der vorliegenden Art (Militaria mit Zusatzdienst) sind meiner Erfahrung nach nicht allzu häufig.

Beste Grüße
Postgeschichte-Kemser
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68

Saturday, August 3rd 2013, 10:45pm

Homburg - Laon 26.07.1871

Hallo Sammlerfreunde,

nach @Postgeschichte Kemsers seltenem Militaria-Einschreiben nun wieder ein Zeitsprung zurück in die Aura des deutsch-französichen Krieges 1870-71. Bekanntlich wurde am 10.05.1871 in Frankfurt am Main zwischen Frankreich und Deutschland der Friedensvertrag unterzeichnet (sog. Präliminarfrieden). Bis zur Zahlung der ersten 500 Millionen Francs Reparationleistungen sollten die Pariser Festungswerke besetzt bleiben, die östlichen Departements bis zur restlosen Bezahlung weiterer 5 Milliarden Francs.

Von Juni 1871 bis September 1873 befand sich unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Edwin von Manteuffel eine deutsche Okkupationsarmee auf französischem Boden, deren Stärke rd. 120.000 Mann betrug. In diese Phase fällt die Zustellung des nachstehend am 26.07.1871 verfassten Belegs an die Königlich 6te schwere Fuß-Batterie, ostpreussischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 1, I. Armee Corps II. Division. Absender war das Königlich Bayerische Bezirksamt Homburg, welches - im wahrsten Sinne des Wortes - in Sachen Militaria nachfolgende Unterstützung zu offerieren ersuchte:

Homburg den 26. Juli 1871

An das Commando des kgl. ostpreussischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 1 in Königsberg

> Die während des Krieges vom Militär zurückgelassenen Gegenstände betreffend <

Ersth heute wurde vom Bürgermeisteramt Altenkirchen ein Offiziersregenmantel, der noch in ganz gutem Zustand, hier eingeliefert, welcher beim Durchmarsch der 5ten und 6ten Batterie verehrlichen Regiments in Dittweiler diesseitigen Bezirks von einem Offizier, vermutlich Herrn Hauptmann Hellwig daselbst zurückgelassen wurde. Man stellt höflich Anfrage , ob dieses Vermuthen richtig und ob die Sendung des Mantels als Militäreffecten in Preußen portofrei effecturiert (~ ausgeliefert) werden kann.


Vermutlich hat das Bezirksamt Homburg nach Laon in Nordfrankreich (Département Aisne) adressiert, weil ihm nur von dort der letzte Aufenthalt der o.a. Einheit geläufig war. Die Kgl. Preussische Feldpostexpedition der 2. deutschen Infanterie Division leitete etwas später am 16.08.1871 ins rd. 80 km weiter westlich gelegene Compiègne (Département Oise) weiter.

Auf zwei weiteren Briefseiten kann man dann die von dort aus erfolgten Nachforschungsversuche der 3. Inspections-Abteilung des o.a. Feld-Artillerie-Regiments nachvollziehen. Der in Rede gebrachte Hauptmann dementiert dabei den Besitz des Regenmantels, das letztendlich aber auch alle anderen Einheiten des Regiments.

Am 23.08.1871 hält man inspectionsseitig schließlich fest, dass man dem Bezirksamt Homburg vermittelt habe, dass der Regenmantel von keinem der Offiziere des ostpreussischen Feld-Artillerie-Regiments Nr.1 in Dittweiler zurückgelassen worden sei...und schließt mit: Einstweilen ad acta

Was mit dem preussischen Offiziersregenmantel dann auf linksrheinisch-bayerischen Boden weiter passiert ist, tja liebe Sammlerfreunde, das werden wir dann wohl leider nie erfahren. ^^

Schönen Gruß

vom Pälzer




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69

Sunday, August 4th 2013, 9:04am

Hallo Pälzer,

eine Nachsuche vor Ort könnte vlt. den Durchbruch zum Auffinden des Regenmantels bringen. :D

Mit französischen Gütern war man in der Pfalz nicht so zimperlich vorgegangen, als mit seinen neuen Freunden. Da wurde requriert, was das Zeug hielt und zurück gegeben hat man nur das, was man aus den späteren Reichslanden geholt hatte, nicht aber die Stücke, die aus dem wieder Frankreich zugesprochenen Teil kamen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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1870/71

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70

Sunday, August 4th 2013, 6:27pm

Hallo Pälzer,

nach der Kapitulation von Paris am 28. Januar 1871 ist am 26. Februar 1871 in Brüssel vom deutschen Kanzler und den Vertretern der süddeutschen Staaten der Vorfriedensvertrag (= Präliminarfrieden) unterzeichnet worden, welcher u.a. die Räumung der von deutschen Truppen besetzten französischen Gebiete regelte. Der Vertrag wurde am 1. März von der franz. Nationalversammlung in Bordeaux genehmigt.

Die Verhandlungen über den definitiven Frieden wurden von den französischen Bevollmächtigten in Brüssel verschleppt, am 4. Mai abgebrochen und in Frankfurt a.M. erneut aufgenommen. Am 10. Mai kam es zum endgültigen Friedensschluß, der im Wesentlichen den Präliminarfrieden bestätigte.
Wilhelm I. genehmigte am 16. Mai und die franz. Nationalversammlung in Versailles am 18. Mai den Vertrag.

Übrigens, Dein Brief gefällt mir sehr! Versuche doch einmal in Erfahrung zu bringen, wann das Ostpreußische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 1 in seine Heimatgarnison zurückkehrte!!!

Besten Gruß

1870/71

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71

Sunday, August 4th 2013, 11:02pm

Hallo 1870/71,

anbei zunächst die beiden übrigen Seiten des Belegs. Wann das Ostpreußische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 1 in seine Heimatgarnison Königsberg zurückkehrte, konnte ich bisher leider nicht genau ermitteln. Aber es läßt sich näherungsweise über die - ja noch viel spannenderen - geschichtlichen Randbedingungen ermitteln. Wie bereits w.o. festgehalten, wurde im Friedensvertrag von Frankfurt die Höhe der Kriegsentschädigung auf 5 Milliarden Francs festgelegt.

Zur Sicherung der Zahlungen blieb von Juni 1871 bis September 1873 eine deutsche Okkupationsarmee auf französischem Boden, welche Zug um Zug mit den geleisteten Teilbeträgen abgezogen wurde. Das Oberkommando der Okkupationsarmee unter Generalfeldmarschall von Manteuffel hatte seinen Sitz in Compiègne (Département Oise), also dort, wo die 3. Inspection des o.a. Regiments nach dem Besitzer des besagten Offiziersregenmantels suchte.

Unter diesem link...

http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/…e/9838247/1768/

...auf die Ausgabe Nr. 37 vom 13.09.1871 der Provinzial-Correspondenz der Preussischen Amtspresse findet man dann weiterfürhende Informationen:

Nach Art. 71 des Frankfurter Friedensvertrages soll die Räumung der noch von deutschen Truppen besetzten Forts von Paris so wie der Départements Oise, Seine-et-Oise, Seine-et-Marne und Seine bei Abzahlung einer dritten halben Milliarde auf die Kriegskosten stattfinden. Da die von der französischen Regierung geleisteten Zahlungen dem Betrage von 1500 Millionen Francs nahe kommen, so hat der Kaiser, obwohl das Abnahmegeschäft noch nicht vollständig erledigt ist, dennoch den Beginn der Räumung angeordnet. Zunächst werden daher die deutschen Truppen aus den noch besetzten pariser Forts, wie aus den Departements Seine-et-Oise, Seine-et-Marne und Seine ausrücken. Das Département Oise bleibt noch besetzt, bis die dritte halbe Milliarde regelrecht zur Ablieferung gelangt ist. Zur Rückkehr in die Heimath sind die 2. und die 22. Division bezeichnet, so daß auf französischem Boden fortan noch 6 Divisionen mit einer Effektivstärke von rund 80,000 Mann zurückbleiben werden.

In einem weiteren link...

http://archive.org/stream/diegrossepolit…01germ_djvu.txt

...wird es dann konkreter: Am 15.09.1871 teilte Fürst von Bismarck dem Rat im Kaiserlichen Gefolge (...) mit, dass er die Räumung der Forts und weiter nunmehr politisch unbedenklich und angemessen halte; nur das Département Oise werde bis zur Deckung der noch vorhandenen kleinen Differenzen bezüglich der dritten halben Milliarde einstweilen noch besetzt zu halten sein. Anfang Oktober, nachdem die Anstände beseitigt waren, erfolgte auch die Räumung des Oise-Départements.

Ardennes, Vosges, Meurthe-et-Moselle und Meuse gehörten zu den letzten vier Départements, die von den deutschen Truppen geräumt wurden.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der am 23.08.1871 getätigte "Einstweilen-ad-acta-Vermerk" der "Offiziersregenmantelgeschichte" kurz vor dem Abzug des o.a. Regiments getätigt worden ist. Mir gefällt der Beleg (auch) ganz besonders aus dem Grund, dass man an dieser kleinen, eigentlich völlig unbedeutenden Episode den seinerzeit noch jungen Einigungsgeist herauslesen und natürlich als Postgeschichtler endlich einmal einen Kgl. Preussischen Feldpostexpeditionsstempel im Zusammenhang mit einer linksrheinisch-bayerischen Heimatsammlung vorstellen darf.

In diesem Sinne schönen Gruß

vom Pälzer


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Sunday, August 24th 2014, 3:52pm

Harburg - Kirchheimbolanden 24.09.1875

Hallo zusammen,

bei dem nachstehenden Militaria-Beleg befinden wir uns gerade so in der Pfennigzeit. Es wird tausende solcher gebührenfreien Dienstsachen gegeben haben, aber die Destination Hannover - Kirchheimbolanden sollte zu einer der eher selteneren davon gehören. Um was ging es hier ?

In § 64 der Militär-Ersatz-Instruction für den Norddeutschen Bund ist geregelt, dass der Civil-Vorsitzende der Kreis-Ersatz-Commission Mittheilung über das Musterungsergebnis auch über die in anderen Aushebungsbezirken gebürtigen bzw. domicilierten Individuen bis spätestens 1. November eines Jahres zu erstatten hat; hier über den in Albisheim bei Kirchheimbolanden am 08.10.1853 geborenen Karl Liehr.

Das Ergebnis über die Beurteilung des Miltärpflichtigen war dann auch an den Civil-Vorsitzenden der Kreis-Ersatz-Commission des Geburtsortes zwecks dortiger Berichtigung der alphabetischen Listen zu senden, was mit der nachstehenden brevi manu (~ Kurznachricht) erledigt wurde.

Königliche Drucksache müsste eigentlich stimmen, denn der seit 1871 amtierende Deutsche Kaiser Wilhelm I war ja weiterhin in Personalunion König von Preußen ( 1861–1888 ) und Hannover seit Juni 1866 preussische Provinz. Bei dem Aufgabestempel handelt es sich um den von 23.04.1873 bis 01.09.1881 verwendeten Übergangs-Rechteckstempel R3G (Type II/1/3)

+ Gruß

vom Pälzer

verwendete Quelle:
http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/p…pageview/791181
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