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Michael

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1

Tuesday, August 14th 2012, 5:28pm

103 Departement de la Roer

Liebe Freunde,

hier ein Brief aus dem französischen Wesel (ehemals Herzogtum Cleve) ins bergische Düsseldorf.



Geschrieben am 23.2.1813 ging es an den Grafen von Borcke, Staatsrat im Großherzogtum Berg und Präfekt des Rheindepartements.
Der Kartenschluss erfolgte über Neuss-Düsseldorf.
Eine Taxe von 4 Décimes würde zu einem Brief von 8-10 Gramm passen - eine Gewichtsnotierung fehlt (wie auf verschiedenen Briefen jener Zeit).
Die gestrichene 1 interpretiere ich als bergische Taxe, die aber wieder annuliert wurde, da der Empfänger vermutlich innerhalb der bergischen Post portobefreit war.
Oder hat jemand eine passendere Idee ?!

Der Absender ist auch nicht ganz uninteressant. Geschrieben mit kranker Hand (wie links unten vermerkt) wurde der Brief von Conrad Duden, Bürgermeister von Wesel und Großvater des Sprachforschers Konrad Duden.



Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

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2

Tuesday, August 14th 2012, 9:41pm

Lieber Michael,

mit deiner Taxierungstheorie habe ich da meine Probleme - wenn der Empfänger, was möglich war, inländisch portofrei gestellt war, wer hat dann das Porto von 4 Decimes bis zur Grenze bezahlt?
Oder sollte es keine gestrichene 1 sein, sondern ein liegendes X als Zeichen der völligen Portofreiheit, wonach Berg das Porto bezahlt hätte und der Empfänger gar nichts?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

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3

Tuesday, August 14th 2012, 10:00pm

Lieber bayern klassisch,
mit deiner Taxierungstheorie habe ich da meine Probleme - wenn der Empfänger, was möglich war, inländisch portofrei gestellt war, wer hat dann das Porto von 4 Decimes bis zur Grenze bezahlt?
das bliebe dann wohl an der bergischen Post hängen.
Oder sollte es keine gestrichene 1 sein, sondern ein liegendes X als
Zeichen der völligen Portofreiheit, wonach Berg das Porto bezahlt hätte
und der Empfänger gar nichts?
Das liegende kreuz kenne ich bei der französischen und auch bei der bergischen Post eigentlich nicht.
Wofür sollte denn in diesem Fall die 4 stehen ?

Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

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4

Tuesday, August 14th 2012, 10:30pm

Lieber Michael,

Quoted

Wofür sollte denn in diesem Fall die 4 stehen ?


manchmal kam es vor, dass man das ausländische Porto einfach stehen ließ, intern abrechnete (war Taxis - Manier) und als Zeichen der Portofreiheit ein X anbrachte. Weil der Brief in der Briefkarte als Portofreiheitsbrief geführt wurde, war das, was auf ihm stand, praktisch egal. Ob die bergische Post das auch so gehandhabt hat, weiß ich nicht, halte es aber für möglich.

Nur ein Erklärungsversuch eines tollen Briefes in postgeschichtlich höchst anspruchsvoller Zeit.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

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5

Tuesday, August 14th 2012, 10:38pm

Lieber bayern klassisch,

Quoted

manchmal kam es vor, dass man das ausländische Porto einfach stehen ließ, intern abrechnete
dann sind wir doch beieinander, oder ?
Bliebe nur die Interpretation der zweiten Notiz als gestrichene 1 oder als Kreuz.
Jedenfalls ein Portobrief, der anscheinend in Berg frei zugestellt wurde und die Bergische Post durfte 4 Décimes gen Westen überweisen.

Viele Grüße
Michael
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bytefox

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6

Tuesday, August 14th 2012, 10:41pm

2 banale Briefe

Hier zeige ich Euch mal eine Seite von meiner im Aufbau befindlichen Departement 103 Sammlung

2 Briefe ohne große Besonderheiten, auch eine durchaus bekannte Firmenkorrespondenz, aber solche Briefe finde ich auch interessant...

Viele Grüsse
Peter

Michael

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7

Tuesday, August 14th 2012, 10:47pm

Hallo Peter,

das ist doch eine schöne Seite. :)
Und so gut erhaltene Briefe mit so deutlichen Stempeln sind gerade aus dieser Zeit leider keine Selbstverständlichkeit.
Also lass den Scheffel mal beiseite ... ;)

Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

bytefox

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8

Tuesday, August 14th 2012, 10:49pm

kleine Ergänzung zu meiner gezeigten Seite:

103 Crefeld in rot ist tatsächlich nicht bei Reinhardt verzeichnet, wohl aber bei Gilbert Noel "departements conquis 1967"
Verwendungszeit ist also nicht nur 1811 sondern schon 1807

Viele Grüsse
Peter

bytefox

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9

Tuesday, August 14th 2012, 10:52pm

@Michael,

Danke für die freundliche Antwort, mich würde mal interessieren, wie andere Mitgleider Ihre Sammlungen aufbauen.
Gibt es dafür schon eine Seite hier?

Viele Grüsse
Peter

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10

Wednesday, August 15th 2012, 6:56am

Hallo bytefox,

schau mal unter "Spezialthemen" - "Königreich Bayern - Contraventionen bei der Post" - da siehts du einen Teil eines meiner Exponate.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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bytefox

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11

Wednesday, August 15th 2012, 2:38pm

@ bayern klassisch

Sieht sehr gut aus und sehr interessant !

Viele Grüsse
Peter

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12

Wednesday, August 15th 2012, 3:45pm

Hallo bytefox,

vielen Dank - man tut, was man kann. ;)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

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13

Wednesday, August 15th 2012, 9:13pm

zu der Sammlungsseite Krefeld-Lyon hier ein Vorläufer



aus genannter Korrepondenz, nur diesmal von 1804 und damit eine frühere Tarifperiode.
Für die Entfernungsstufe 801-1000 km und bis 6 Gr. kostete es 9 Décimes.

Interessant auch die doppelte Datumsangabe:
Laut französischem Revolutionskalender war der 22. Messidor des Jahres 12 (der Kalender wurde rückwirkend ab 1792 in Kraft gesetzt).

Viele Grüße
Michael
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bytefox

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14

Wednesday, August 15th 2012, 9:17pm

Ja so etwas erfreut mein Sammlerherz :)

Danke für das Zeigen des Beleges. Ich werde nachher noch etwas posten.

Viele Grüsse
Peter

15

Sunday, October 28th 2012, 4:15pm

Hallo Freunde

Ich habe auch einen Brief aus diesen Gegen.

Der Brief ist von Köln nach Trient in italienische Süd-Tirol geschickt. 22.7.1812 abgeschickt und 7.8.1812 angekommen.

Der Absender hat hier 13 Decimes franko Grenze bezahlt. Weiss jemand welche Gewicht man dann hat?
Weil nur durch diesen Gewicht kann ich bestimmen was der Empfänger bezahlt hatte.
Wenn bis 6 Gram hat der Empfänger 6 Kreuzer CM bezahlt.

Viele Grüsse
Nils
Bayern-Nils has attached the following images:
  • Köln-Trento 22.7.1812.jpg
  • Köln-Trento 22.7.1812 bak.jpg
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

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16

Sunday, October 28th 2012, 5:03pm

Hallo Nils,

müsste unter 6g gewogen haben und würde dann für beide Teile passen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

17

Sunday, October 28th 2012, 5:13pm

Hallo bayern klassisch

Danke. Das interessante hier ist dass Salvatori immer mit Kreuzer CM bezahlt hat und nicht die "Vorgeschriebene" Decimes.

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

bytefox

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18

Friday, February 15th 2013, 9:33pm

aus Preussen?

Hallo,

hier ein Brief vom 07.10.1805 nach Metz.
ich entziffere: Monsieur Ceullié, Officier du génie artillerie, a l’etat major de l’ecole, d’artillerie et du génie, a Metz

Soweit so gut. Lese ich den Abgangsort im Brief auch richtig mit "Wulfen"?

Danke für Anregungen und Entzifferungshilfen :)

Viele Grüsse
Peter


19

Friday, February 15th 2013, 10:04pm

Hallo bytefox,

ich lese zunächst als Aufgabestempel den zur Franzosenzeit verwendeten L2 (103) COLOGNE - Département de la Roer (1798–1814).

Darin müsste sich auch der Ort, an dem das Schreiben verfasst wurde finden lassen.

Karte besagten Depatements hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9partement_de_la_Roer

Hübsch isser der Beleg !

+ Gruß !

vom Pälzer

This post has been edited 1 times, last edit by "Pälzer" (Feb 16th 2013, 10:09am)


Michael

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20

Tuesday, April 2nd 2013, 7:06pm

Frankreich - Berg

Liebe Freunde,

anbei ein Brief von 1807 aus dem französischen Aachen ins bergische Elberfeld.



Der Brief lief porto und wurde französischerseits mit dem roten Aufgabestempel 103 / AIX-LA-CHAPELLE und dem schwarzen Rayon-Stempel R.No. 2 sowie anscheinend einer Taxe in Höhe von 6 Décimes versehen.
Der Austausch erfolgte über Neuss - Düsseldorf. Die bergische Post kassierte vom Empfänger 8 Stüber.

Etwas verwundert bin ich über die französische Taxe. Typischerweise verkaufte Frankreich seine Briefe ja gewichtsweise, so dass eine Einzeltaxierung bei ausgehenden Briefen nicht nötig war (so auch im PV von 1801 mit Taxis).
Laut französischem Tax-Regulativ von 1806 fielen bei 51-100 km 3 Décimes je 6 Gramm an, so dass dieser Brief bei 11-15 Gramm gelegen haben müsste.

Viele Grüße
Michael
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