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Monday, February 11th 2013, 12:57pm

Postraub auf der Strecke Nürnberg-Regensburg 1732

Hallo zusammen,

ich möchte euch heute einen, wie ich finde nicht alltäglichen, postgeschichtlich (und für mich heimatgeschichtlich) interessanten Beleg zeigen.
Es handelt sich um ein Exemplar eines offenen Briefs des Kaisers Karl VI., in dem ein Überfall auf einen "von Nürnberg nach Regenspurg mit der Ordinari reitender Kayserl. höchst Privilegierter Reichs-Postillion" beschrieben wird.
Für Hinweise die zur Ergreifung der Täter führen wurde eine Belohnung von "Ein tausend Species Ducaten" ausgesetzt, was wenn ich mich nicht täusche fast 3,5 kg Gold waren!

DIe Quellen die ich zum weiteren Verlauf des Falles gefunden habe sind leider nicht ganz vollständig. Soweit ich weiß führten Hinweise eines Wirtes aus Feucht im August 1732 auf die Spur der insgesamt drei Täter. Zwei der Täter wurden am 8.11.1732 in Amberg hingerichtet, d. h. ihnen wurde zunächst die rechte Hand und danach der Kopf abgeschlagen. Köpfe und Hände wurden an der Stelle des Raubes an je einem Galgen aufgesteckt bzw. angenagelt und auf einer Tafel auf den Postraub hingewiesen. Die leblosen Köper wurden auf Räder geflochten. Was aus dem dritten Räuber, wohl der Rädelsführer, wurde, ist nicht bekannt. Der Feuchter Wirt musste bis 1739 auf seine Belohnung warten.

Das Original misst etwa 45x38 cm, um den Scan lesbar zu halten habe ich die Ränder beschnitten und den Scan in Schwarzweiß gespeichert.

Viele Grüße,

Nacktnasenwombat
Nacktnasenwombat has attached the following image:
  • Postraub verkleinert.jpg

This post has been edited 1 times, last edit by "Nacktnasenwombat" (Feb 11th 2013, 1:17pm)


2

Monday, February 11th 2013, 2:36pm

Hallo Nachtnasenwombat

Solche Quellen sind immer interessant zu sehen. Leider wird es zu selten gezeigt.
Danke fürs Zeigen. :)

Viele Grüsse
NIls
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

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3

Monday, February 11th 2013, 6:11pm

Hallo Nacktnasenwombat,

für diese 1000 Dukaten (das waren die einzigen Goldstücke in Bayern damals und viele Menschen haben in ihrem Leben nie Goldstücke gesehen, geschweige denn besessen) hätte man ein sehr großes Haus bauen können. Einer meiner Ahnen hatte den Speyerer Dom nach der Säkularisation für 5.000 Gulden gekauft, ihn aber nach Abzug der Franzosen zum gleichen Preis zurück - verkauft (vorgesehene Nutzung: Steinbruch! 8o ). Das sagt schon alles über den Wert der Belohnung aus ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

4

Monday, February 11th 2013, 6:47pm

Hallo bayern klassisch,

vielen Dank für die Einordnung! Kein Wunder, dass der Kaiser es nicht übermäßig eilig hatte die Belohnung auszuzahlen.

Viele Grüße,

Nacktnasenwombat

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5

Monday, February 11th 2013, 7:03pm

Hallo Nacktnasenwombat,

der Kaiser und seine vielen Vorgänger waren schon pleite, als sie noch nicht mal gewählt worden waren. Ein Wunder, dass man überhaupt diesen Geldbetrag auszahlte und nicht wartete, bis der Glückliche verstarb ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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