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1

Saturday, November 9th 2013, 9:55pm

Hamburg - Frankreich

1849

Absender: Kerst & Krull, Hamburg
Empfänger: Herren Schröder & Schyler, Bordeaux

Portobrief / Taxierung i.H.v. 28 Décimes

Was bedeutet die unterstrichene Zahl über der Taxzahl?

Stempel:
(1) HAMBURG Aufgabestempel (Feuser 1356-6 K3 s)`vom 18.7.
(2) leider kaum zu lesen: handelt es sich hierbei um den "Tour T. Valenciennes 2" Stempel? Vom 21.7.
(3) BORDEAUX K2-Ankunftsstempel vom 23.7.

1235 km Luftlinie / Laufzeit 5 Tage

Inhalt:

Auf Grund der schlecht leserlichen Schrift (die Tinte ist nur noch schwach erkennbar, ich habe den Scan helligkeits- und kontrastmäßig angepasst, damit die Schrift besser zu lesen ist) reicht mir die Transliteration des ersten Satzes.

"Seit unserem ergebenst Letztem vom 13 ____ ohne die geehrten Ihrigen, haben wir Ihnen heute eine Einlage (?) von Herrn Stresow (?) & Sohn in Riga zu überreichen, die von diesen ________ für Ihre werthe Rechnung erhaltene ____________________ liegt angenommen zur Verfügung ____ richtig _____________________."
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Beste Grüße,
Stefan

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2

Saturday, November 9th 2013, 10:17pm

Die unterstrichene 10 ist wie ich meine der Teil des Portos der Frankreich zu gute kam.

Das Porto wurde errechnet ab dem Grenzübergangsbüro bis zum Bestimmungsort. GÜ war Valenciennes bis Bordeaux = 687 km Luflinie. Das Porto betrug laut Postvertrag 1Franc oder 10 décimes (Entfernung von 600-750km). Meine Quelle besagt dass der Postvertrag vom 1.1.1849 datiert und die FR Inland-Portosätze von 1828 angewandt wurden + das Porti der T&T.

Ich hoffe mal ich liege richtig

P.S ansonsten könnte es das Gewicht sein ( 10g) , dann wäre der Fr-Portosatz 15 d und es verblieben dann 13 für T&T
Phila-Gruß

Lulu

3

Monday, November 11th 2013, 12:33pm

Vielen Dank für Deinen Input! :)

Ich bin auf weitere Meinungen gespannt.
Beste Grüße,
Stefan

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4

Sunday, November 17th 2013, 8:41am

Hallo Don Stefano,

"Seit unserem ergebenst Letztem vom 13 laufenden Jahres ohne die geehrten Ihrigen, haben wir Ihnen heute eine Einlage von Herrn Stresow & Sohn in Riga zu überreichen, die von diesen Freunden für Ihre werthe Rechnung erhaltene Prima de B 1204: 12f per 12. October`Andersen Höber & Compagnie liegt angenommen zur Verfügung der richtig girirten Copie oder Secunda ..."

Zu den Gebühren kann ich nichts beitragen, da keine bayer. Verträge betroffen sind. Ein Gewicht von 10g halte ich aber prinzipiell für möglich. Wenn es mögliche Gewichtsangaben auf Briefen gibt, die Taxierungsprobleme bereiten können, wäre die Ermittlung des heutigen Gewichts nebst dessen Angabe hilfreich.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

vals59

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5

Sunday, November 17th 2013, 1:08pm

Hallo Stefan,

Dein Brief wog 10 g. Das französische Porto vom Eingangspunkt in Frankreich (Valenciennes) bis zum Endpunkt (Bordeaux) in Luftlinie ist 20 décimes (10 g-600 / 750 Km), die Teil des Portos für Turn und Tassis stellt 8 décimes dar (zus. Postvertrag Fr-TT vom 22/11/1847).
Viele Grüsse.
Emmanuel.

This post has been edited 1 times, last edit by "vals59" (May 10th 2014, 11:48am)


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6

Sunday, November 17th 2013, 4:31pm

Hallo Vals,

eine Frage noch : warum 20 décimes ? Wurde bei der zweiten Gewichtsstufe das Porto nicht x1,5 gerechnet ? oder bin ich nur von dem falschen Bais Portosatz ausgegangen ?
Phila-Gruß

Lulu

vals59

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7

Sunday, November 17th 2013, 4:57pm

Hallo Lulu,

Hier die 3 erste Gewichtsstufen bezüglich dem Posttarif vom 1. Januar 1828 (Entfernung 600/750 Km):
1: bis zu 7.5g Exkl. : 10 décimes
2: von 7.5g bis zu 10 g Exkl.: 15 décimes
3: von 10 g bis zu 15 Exkl.:20 décimes

Da du es sehen kannst, gehört ein Gewicht von 10 g zu 3. Gewichtstufe
Viele Grüsse.
Emmanuel.

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8

Sunday, November 17th 2013, 5:06pm

Danke : die Falle mit inklusive - exklusive

Salut et à bientôt
Phila-Gruß

Lulu

9

Thursday, December 12th 2013, 10:36pm

Weiter geht es mit einem französischen Brief an die Herren Dubois père et fils in Rheims aus dem Jahre 1820.
In den Wurzeln dieses Champagner-Hauses ist übrigens der Ursprung von Champagne Louis Roederer zu finden.

In Verbindung mit dem Unternehmen sind folgende Anschriften auf Briefen nach Rheims vorzufinden:

Dubois père et fils (ab 1760)
H. Schreider
Louis Roederer (ab 1833)

Taxierung: Portobrief (14 Décimes)

Stempel: Aufgabestempel HAMBOURG (Feuser 1356-3) / R3-Grenzübergangsstempel ALLEMAGNE PAR FORBACH

Inhalt: Bestätigung des Erhaltes der Rechnung über eine Kiste mit 50 Flaschen Champagner; Ansprache der sich auf dem Weg befindenden Ware und Hinweis über eine getätigte Zahlung.

Kann es sich bei dem Absender um John Parish aus Hamburg handeln? Laut diesem Beitrag einer der reichsten Männer seiner Zeit.
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Beste Grüße,
Stefan

10

Thursday, December 12th 2013, 10:51pm

Kann es sich bei dem Absender um John Parish aus Hamburg handeln?
Hallo Stefan

Laut Angaben in Wikipedia lebte John Parish zu dieser Zeit in England.
Unterschrift ist leider schwer zu deuten :(

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

11

Thursday, December 12th 2013, 10:55pm

Hallo Nils,

hier lässt sich der Name sehr gut ablesen. Hätte ich gleich miteinscannen sollen.
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Beste Grüße,
Stefan

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12

Thursday, December 12th 2013, 11:05pm

Der Brief ist Klasse.

P. erwähnt einen beiliegenden Wechsel über 200 Franken ( Betrag der Rechnung) gezogen auf Hottinger et Cie Paris
Phila-Gruß

Lulu

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13

Thursday, December 12th 2013, 11:25pm

Hallo Don Stefano,

hier steht Parish & Co.

Wirklich reiche Leute schrieben keine Geschäftsbriefe - dafür hatten sie ihre Leute. Ich glaube, dass die Firma Parish hier Geschäftsbeziehungen hatte, nicht Parish selbst auf privater Ebene.
Liebe Grüsse vom Ralph

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14

Friday, December 13th 2013, 8:24am

Hallo Stefan

Ja, hier sieht man die Unterschrift besser, aber nur der Parish & Co. Wer es im Firma war kann man leider mit Initsiale nicht deuten. Aber der Parish selbst war es nicht (habe deine Frage so verstanden ;) )

Danke fürs Zeigen

Viele Grüsse
Nils
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15

Friday, December 13th 2013, 11:13am

Dass er den Brief selbst geschrieben hat, habe ich auch gar nicht angenommen. Ich dachte lediglich, er sei von ihm unterschrieben worden, da die Unterschrift ja deutlich vom Schriftbild des restlichen Textes abweicht. Da es sich jedoch, wie ihr angemerkt habt, um die Firma Parish & Co handelt, denke ich inzwischen auch, dass der Brief nicht seine Unterschrift trägt. Danke für eure Antworten. ^^
Beste Grüße,
Stefan

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16

Friday, December 13th 2013, 11:57am

Hallo Don Stefan,

wenn es eine große Firma war (was ich nicht weiß), dann gab es dort Schreiber bzw. Kopisten, die nichts anderes taten, als eben zu schreiben. Ob sie immer wussten, was sie schrieben, ist nicht klar.

Unterschriftsberechtigt waren sie sicher nicht - das musste dann jemand mit Prokura oder dem nötigen Sachverstand machen. Bei kleinen Firmen war das natürlich der "Chef" selbst, bei großen einer von mehreren, in deren Ressort das lag.

In Zeiten vor deinem Brief unterschrieben die hohen Herrschaften nicht einmal ihre Privatbriefe selbst - dafür hatten sie Leute, die ihre eigene Schrift täuschend echt imitieren konnten, so dass sie sich auch dieser Last zu befreien in der Lage waren. Ob man das alles im Internet nachlesen kann, was man beim Studium der Epistolographie lernt, weiß ich nicht.
Liebe Grüsse vom Ralph

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17

Friday, December 13th 2013, 1:22pm

Hallo Stefan

Hier ist ein Beispiel bei Firmenänderungen, die es zu dieser Zeit ständig gab. Immer neue Konstellationen.
Und ob der Empfänger nicht deuten konnte was hinter den Unterschrift zu finden war, gab es oft schon im eigenen Archiv Möglichkeiten es heraus zu finden.

Der Brief lief von Hamburg nach Bordeaux 31.7.1807 und kostet der Empfänger 19 Decimes.

Viele Grüsse
Nils
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guy69

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18

Monday, December 16th 2013, 10:14pm

Buchtnavi

Vielleicht von Interesse

Lübeck Rheims

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Gruss Harald
Wein- und Sektstadt Hochheim am Main

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19

Saturday, May 10th 2014, 11:21am

Hallo Alle

Heute habe ich zwei neue Briefe aus Hamburg bekommen.
1) Sendet aus Hamburg nach Bordeaux am 15.4.1785. Porto 38 sols ich meine das dieser sind 2. Gewichtklasse 7½ bis 10 Gramm wegen der Zeichen in obere linke Ecke, oder? Der Stempel ist 27,5 mm.
2) Sendet aus Hamburg nach Bordeaux am 15.7.1791. Porto 34 Sols für einfach Brief bis 7½ Gramm. Der Stempel ist 24,5 mm.
Auf der Rückseite nichts.

Viele Grüße
Jørgen
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vals59

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20

Saturday, May 10th 2014, 9:16pm

Hallo Jørgen,

Deinen ersten Brief betreffend, bin ich nicht sicher, daß das Porto, die eingeschrieben ist, zu 38 sols ist, es scheint lieber 3 Livres und 8 sols, was einen schweren Brief daraus machte.
Jedoch, den Tarif von 1759 nehmend, gelingt mir nicht, dieses Porto zu erklären. Selbst wenn es zu 38 sol ist, geht es mit dem Tarif von 1759 nicht.
Für deinen 2. Brief geht es mit dem Tarif von 1759 besser. Dieser Tarif von 1759 ist 1791 immer gültig.
Von Hamburg nach Strasburg :einfach Brief : 14 sols
Von Strasbourg nach Paris : 10 sols
Von Paris nachBordeaux : 10 sols
Gesamtporto: 34 sols

Vor 1800 war das Gewicht der Briefe in Frankreich nich in Gramm, sondern im 1/4 Unze, 1/2 Unze und Unze berechnet.
Viele Grüsse.
Emmanuel.