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261

Sunday, December 11th 2016, 7:17pm

Lieber Michael,

ein Appetithäppchen für uns Transitsammler. :P :P

Schön zu sehen, dass Baden 2 Sgr. von Preußen bekam (7 Kreuzer real) und 6 Kr. an die Schweiz als Weiterfranko vergütete (Rötel-6 von Basel).

Den einen Kreuzer hat man clever eingesteckt und beim Rückbrief das Postvereinsfranko von 9 Kr. auch gleich mitgenommen.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Michael

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262

Wednesday, March 15th 2017, 9:00pm

Liebe Freunde,

hier ein Beleg aus dem Jahre 1862.



In Berlin mit 3 Sgr. aufgegeben und an den Baron v. Bordelius in Ligutten bei Libau in Curland adressiert.
Die Vortaxierung von 3 Sgr. wurde wieder gestrichen und dafür fr. Grenze notiert.
Die 3 Sgr. reichten nur für Preußen, eine Teilfrankatur war im russisch-preußischen Postvertrag nicht vorgesehen. Da rückseitig auch keinerlei russische Taxierung zu sehen ist, kann man spekulieren, dass der Empfänger, zum baltischen Adel gehörend und z.B. mit der bekannten Familie Keyserlingk verwandt, in Russland Portofreiheit genoß. Der Absender stammt sicherlich nicht aus dem einfachen Bürgerstand, wie das Siegel verrät.



Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

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263

Thursday, March 16th 2017, 6:29am

Lieber Michael,

schönes und interessantes Stück - könnte eine Grafenkrone sein, aber wie viele Grafen residierten wohl im Berlin der 1860er Jahre? Da habe ich keine Ahnung ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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264

Thursday, March 16th 2017, 9:01am

Lieber Michael,
mich wundert, dass die blaue Drei gestrichen ist. Das Franko wurde doch bis zur Grenze bezahlt.
beste Grüße
Erwin W.
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

Michael

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265

Friday, March 17th 2017, 8:34am

Lieber Erwin,

neben der "3" aus der Vortaxe stand aber ein "frei". Dies stimmte aber nicht, da diese 3 Sgr. nur bis zur preußischen Grenze reichten. Der "frei"-Vermerk durfte von Postbeamten nicht bearbeitet (gestrichen, ergänzt) werden - Ausnahme bei Briefen aus den Briefkästen und dann musste das offiziell unterschrieben werden.
Also strich man einfachheitshalber die "3" wieder und notierte oben "fr. Grenze".

Gruß
Michael
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266

Friday, March 17th 2017, 1:28pm

lieber Michael,
danke für die Info
beste Grüße
Erwin W.
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

267

Tuesday, November 7th 2017, 7:07pm

Hallo,

hier ein Ganzsachenumschlag mit einem Wertstempel von 10 Kopeken. Dieser 1848 herausgegebene Umschlag kostete 11 Kopeken. Sie durften nur im Inland verwendet werden.
Dieser Umschlag lief jedoch nach Cannstadt bei Stuttgart. Aufgrund des Aufgabestempels von Polangen muss der Umschlag entweder 1862 oder 1863 verwendet worden sein.
Nachdem der Umschlag nur im Inland zugelassen war, ist der Wertstempel durchgestrichen worden, so dass Russland einen Portoanspruch von 3 Kopeken (1 Sgr.) hatte, nachdem Polangen zum grenznahen Bereich gehörte.
In Württemberg wurden zunächst 20 Kr. angeschrieben. Dies war das Regelporto für Briefe aus Russland. Dann wurde erst bemerkt, dass der Umschlag aus einem grenznahen russischen Ort kam. Die 20 Kr. wurden gestrichen und durch 13 Kr. ersetzt. 4 Sgr. (3 Sgr. Vereinsporto + 1 Sgr. für Russland) wären jedoch 14 Kr. gewesen. Soweit meine Interpretation, vielleicht hat jemand eine andere Meinung.
Wer kann den mit dunkler Tinte mitten auf dem Umschlag geschriebenen Vermerk entziffern, Porto........

Grüße von liball
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  • Polangen 1862.JPG
  • Polangen 1862 RS673.JPG

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268

Tuesday, November 7th 2017, 7:12pm

Hallo Karl,

1 Sgr. fremdes Porto = 3,5x zu runden auf 4x.

9x für Preußen (Vereinsaufgabepost) plus die 4x von oben = 13x, das passt schon.

Welchen Vermerk meinst du? Kannst du einen Detailscan machen?
Liebe Grüsse vom Ralph

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269

Tuesday, November 7th 2017, 7:35pm

Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Hilfestellung. Ich habe 4 x 3,5 gerechnet.
Im Anhang ein Detailscan.

Grüsse von liball
liball has attached the following image:
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270

Tuesday, November 7th 2017, 8:02pm

Hallo Karl,

Porto 1 Sgr. lese ich.
Liebe Grüsse vom Ralph

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271

Friday, March 30th 2018, 4:31pm

Liebe Freunde,

aus der netten Sammlung meines Sammlerfreundes 3 noch nettere Briefe aus Russland via Preussen in die Schweiz. Hübsch, gelle?
bayern klassisch has attached the following images:
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Liebe Grüsse vom Ralph

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272

Wednesday, May 2nd 2018, 11:43am

Hallo,

so wie der von bayern klassisch oben eingestellte Brief aus Riga sollte auch dieser Portobrief aus Warschau nach Wohlen vom 15.5.1856 bezüglich der Taxierung aussehen. Die Taxierung dieses Briefes weicht jedoch erheblich ab.
Russland hatte einen Anspruch von 3 Sgr. (= 10 Kopeken). Warum auf der Rückseite diese 3 ausgestrichen und darüber 5 + 16 geschrieben wurden, kann ich nicht erklären.
Klar ist auf der Vorderseite die blaue 20 (3 Sgr. für Russland + 3 Sgr. Postverein). Doch dann wird es für mich schleierhaft. Ich lese neben der 20 eine 16 in Rötel und eine 30 in roter Tinte. Wer kann hierzu etwas sagen?
Die 3 in Rötel vor der 20 könnten das schweizer Porto im 1. Rayon sein (3 Kr. = 10 Rappen). Doch warum sollte man in Kreuzer anschreiben, wenn zu dieser Zeit mit Rappen und Franken bezahlt wurde?

Grüße von liball
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273

Wednesday, May 2nd 2018, 12:03pm

Hallo Karl,

ich versuche mal eine Interpretation.

Normalerweise hätte man Franko Russland oder Porto Russland stempeln müssen, meine ich. Dieser Stempel fehlt hier. Evtl. hat der Absender 10 Kopeken bis zur preussischen Grenze bezahlt, so dass er franko polnisch - preussische Grenze gestellt wurde.

Jedenfalls hat Preussen, weil es ja keine Teilfrankobriefe mehr gab, dies nicht anerkannt und 20 Kreuzer in blauer Tinte notiert.

Dann hat jemand aber die 6 Kr. für die Schweiz in roter Kreide notiert (da müsstest du mal schauen, ob es auch 6 Kr. im PV Schweiz - Taxis waren nach Wohlen), die von Frankfurt am Main sein könnten, wie der Absender die Leitung auch wünschte. Es heißt nämlich nicht 16, sondern 20 / 6.

Die CH hat aber jetzt aus den 20 Kr. 20 Rappen gemacht und nur 10 Rappen auf 30 Rappen "addiert", weil es m. E. auch nur 10 Rappen nach Wohlen kostete (1. Rayon).

Ich kenne einige wenige Briefe dieser Korrespondenz, bei der solche Additions- bzw. Umrechenfehler vorkamen. Den Empfänger wirds gefreut haben und da die Briefe summarisch als Portobriefe in die Briefkarten eingetragen wurden, dürfte man auf seinem verminderten Umsatz sitzen geblieben sein.

P.S. Hinten stehen auch 5 / 6 (5 Groschen = 3 Groschen Preussen und 2 Groschen CH = 6 Kr. für die CH).
Liebe Grüsse vom Ralph

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274

Wednesday, May 2nd 2018, 5:52pm

Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Erläuterungen.
Eine auf Postverträge gestützte Portointerpretation wird es wohl nicht geben. Im Postvertrag Schweiz Taxis von 1852 steht nichts von 6 Kreuzern. Kann ja eigentlich auch nicht, da Taxis Mitglied im Postverein war. Vielleicht hat auch der schweizer Postler die 20 ignoriert und ging davon aus, dass der fremde Anteil 6 Kr. beträgt. Hier hinzu addierte er für den 1. schweizer Rayon 3 Kr. ergibt 9 Kr. oder 30 Rappen.

Grüße Karl

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275

Wednesday, May 2nd 2018, 6:52pm

Hallo Karl,

du hast mich missverstanden, weil ich mich nicht klar ausgedrückt habe: Ich meinte mit 6 Kr. die Wegstrecke vom taxischen Grenzpunkt nach dem PV Schweiz - Taxis von 1852.

In jedem Fall ist es ein außergewöhnlicher Brief, dessen genaue Leitung auf deutschem Boden mir nur noch nicht so ganz klar ist ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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276

Thursday, May 3rd 2018, 12:00pm

Hallo Ralph,

die taxisschen Grenzpunkte nach dem PV mit der Schweiz sind indentisch mit den bayerischen. Nachdem die taxisschen Orte alle über 20 Meilen entfernt sind, kommen nur 9 Kr. in Betracht.
Alle Briefe nach Wohlen aus dieser Zeit die ich kenne, haben auf der Rückseite badische Bahnpoststempel sowie meist noch Basel. Dieser Brief jedoch hat keine badischen Stempel, sondern nur einen Stempel von Zürich. Das bedeutet, dieser Brief muss einen anderen Weg gegangen sein, als die üblichen Briefe.
So kommt eigentlich fast nur Bayern in Betracht. Im PV Bayern-Schweiz 1852 wurde Wohlen nicht im 1. Rayon aufgenommen. Erst mit der Änderung zum 1.9.1859 wurde Wohlen im 1. Tayon aufgeführt. Vielleicht hat die Taxierung auch hiermit etwas zu tun. Möglich wäre, dass in Zürich 6 Kr. angeschrieben wurde. Dies könnte in Wohlen wieder auf 3 Kr. geändert worden sein, da im PV mit Baden Wohlen im 1. Rayon lag und dies war ja die Regel. Bei der Addition unterlief der Post dann ein Fehler, in dem nur 3 + 6 Kr. = 30 Rappen berechnet wurde.
Ich habe einen Brief aus der selben Zeit aus dem polnischen Plock angehängt, gelaufen nach Dörfli im Kanton Graubünden. Briefe in diesen Kanton hat Preußen an Bayern ausgeliefert. Auch dieser Brief trägt rückseitig keinerlei Bahnpoststempel. Der auf dem Brief angegebene Leitweg über Krakau und Wien wurde ignoriert. Hier ist die Taxierung klar. 3 Sgr. Russland, 20 Kr. Postverein und 6 Kr. Schweiz, 2. Rayon = Gesamtporto 90 Rappen.

Grüße von liball
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277

Thursday, May 3rd 2018, 3:43pm

Hallo Karl,

mit deiner These über Bayern könntest du Recht haben. Dann hätte bei Briefe über Bayern in die Schweiz aber Preussen die Taxierung von 20 Kr. notiert haben. Der Rest passt ja dann.
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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278

Monday, October 15th 2018, 9:49pm

nach Guernsey

Liebe Freunde,

hier ein (vollständig erhalteenr) Brief von 1858 aus St. Petersburg nach Guernsey, bei dem sich alle Beteiligten einig waren, möglichst wenig Spuren auf dem Brief zu hinterlassen ...



Links oben eine Leitwegsangabe Ostend
Rückseitig ein Petersburger Aufgabestempel.
Es findet sich keinerlei Franko-Vermerk oder Taxierung!
Dennoch war sich die preußische Post (Bahnpostbüro der Strecke Cöln-Verviers) sicher, einen franko-Beleg zu transportieren und stempelte P.
London quittierte vorderseitig den Eingang und die Bezahlung ebenfalls mit einem Paid-Stempel.
Guernsey stempelte dann seinerseits die Ankunft rückseitig in blau.

Interessanterweise handelt es sich um einen Geschäftsbrief (Stieglitz-Korrespondenz) an eine Frau!
Der Name Guerin (oder auch de Guerin oder Guérin) deutet wahrscheinlich auf eingewanderte französische Hugenotten hin.

Gruß
Michael
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279

Tuesday, October 16th 2018, 8:52am

Lieber Michael,

welch eine Seltenheit - die allermeisten AD - Staaten kennen gar keine Briefe auf die Kanalinseln und dann noch von Russland aus ... :P :P :P

Weiß man denn, welche Gebühren in Russland zu zahlen waren und wie sich dieses Franko verteilte?
Liebe Grüsse vom Ralph

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280

Tuesday, October 16th 2018, 6:09pm

Hallo Michael

Die Behandlung hier hat mich auch gewundert.
Von die Lugdunum Briefe gibt es ja auch einen aus 1859, auch ohne Gebührvermerke, aber der von 1860 scheint mit 2 Sbgr vermerkt sein. In 1866 war es aber ein reger Stempelfreude und auch vermerkte Gebühre.
Mein Literatur ist leider nicht Hilfreich.

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.