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  • "bayern klassisch" started this thread

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1

Friday, June 2nd 2017, 5:09pm

Pfalz unter Frankreich

Liebe Freunde,

aus schwieriger Zeit zeige ich heute einen Brief aus Kaiserslautern vom 10.6.1809, der an Herrn Schuler, kaiserlicher Notar in Wolfstein (Pfalz) gerichtet war.

Die Entfernung Kaiserslautern - Wolfstein betrug gut 23 km, jedoch hatte man zwar in Kaiserslautern längst eine franz. Post, nicht jedoch in Wolfstein nördlich davon (ab 1840 erst eine simple Briefsammlung, später eine Postexpedition).

Die Frage war nur: Wie den wichtigen Brief (Erbschaftsangelegenheit) zu Herrn Schuler bringen? Nun, die Antwort liefert die Vorderseite, wenngleich nur bedingt präzise, notierte der Absender doch "par occ:" also "par occasion",a lso durch Gelegenheit. Im Klartext bedeutete dies, dass er seinen Brief nicht der Postverwaltung aufgab, sondern wartete, bis ein Privater, der in dieser Richtung unterwegs war, ihn mitnehmen würde.

Der Absender, Carl Brüning, hatte es also nicht eilig, was wieder einmal zeigt, dass auch wichtige Briefe nicht immer gleichzeitig eilige Briefe waren! Dass er damit gegen den Postzwang Frankreichs verstieß, ist die eine Sache. Briefe aus der Pfalz in der Franzosenzeit mit derartigen Vermerken sind relativ häufig, absolut in Zahlen gemessen jedoch eher selten.
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Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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2

Monday, June 5th 2017, 9:06am

Vielen Dank fürs zeigen. Dieses Kürzel habe ich noch nie auf einem Brief gesehen . War dies nur in Deutschland usus oder wurde dies Europa weit benutzt?
Phila-Gruß

Lulu

  • "bayern klassisch" started this thread

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3

Monday, June 5th 2017, 1:45pm

Liebe Lulu,

die Briefe "par oder per Occasion" sind ausnahmslos selten, jedenfalls die, die in Süddeutschland mit diesem Vermerk vorkommen. Ich habe in meinem Leben keine 10 Stück von ganz AD gesehen und besitze 2 von Bayern.

Früher warf man die weg, weil sie natürlich nie einen Stempel oder gar eine Marke tragen konnten, sondern nur von Hand zu Hand gingen. Aber es war eine Art der Kommunikation, die darzustellen ein Postgeschichtler verpflichtet ist.

Ich hoffe, wir sehen uns in Zweibrücken am Samstag - ich bringe dir auch was letzeborgerisches mit ... ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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4

Tuesday, June 6th 2017, 1:02pm

Wir sehen uns in Zweibrücken. Freue mich euch alle zu treffen ! Zudem brauche ich unbedingt Hans Otto's Rat


bis Samstag
Phila-Gruß

Lulu