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Saturday, January 5th 2019, 8:46am

Kurzläufer - Die Sondermarken der BRD 1950 und 1951

hallo zusammen,

die frühen Sondermarkenausgaben der Bundespost hatten in der Regel eine Frankaturgültigkeit von ca. einem bis zwei Jahren, bevor sie ab 1969 unbegrenzt, zumindest bis zur Währungsumstellung, gültig waren.

Eine Ausnahme bilden die Sondermarkenausgaben der Jahre 1950 und 1951. Diese handvoll Ausgaben waren nur etwa ein halbes Jahr zu verwenden. In der Reihenfolge der Dauer des Verwendungszeitraums waren es:


1. 174 Tage - 10.12.1951-31.05.1952 - Mi.147 ............. ... Wilhelm Röntgen

2. 184 Tage - 30.08.1951-29.02.1952 - Mi.139-140 ... ... 700 Jahre Marienkirche Lübeck

3. 188 Tage - 28.07.1950-31.01.1951 - Mi.121-122 ... ... 200. Todestag Bach

4. 200 Tage - 14.09.1951-31.03.1952 - Mi.141-142 ... ... NBA Wuppertal 1951

5. 222 Tage - 23.10.1951-31.05.1952 - Mi.143-146 ... ... Helfer der Menschheit


Verwendungen dieser Ausgaben möchte ich hier zeigen.

besten Gruß
Michael

This post has been edited 2 times, last edit by "stampmix" (Jan 14th 2019, 7:07pm)


2

Saturday, January 5th 2019, 9:46am

hallo zusammen,

beginnen möchte ich mit einem schönen Brief an den bekannten Prüfer Pfenninger.



Einschreibefernbrief am 10.10.1950 in Clauen aufgegeben und nach München Grünwald gesandt. Portorichtig frankiert mit den Bachmarken und entwertet mit dem Landpoststempel von Clauen über Lehrte; Durchgangsstempel München 11.10. und Ankunftstempel 12.10. von Grünwald.

Rückseitig die Werbevignette zur Niedersächsischen Briefmarkenausstellung Hannover 1950 ...

besten Gruß
Michael

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3

Saturday, January 5th 2019, 12:25pm

Hallo Michael,

ein schönes Thema mit für mich so nicht gekannter Problematik, nämlich der, der kurzen Frankaturdauer.

Da ich ja am Aufbau einer Spezialsammlung Bayern 1851 bin, hätte ich nach Lensens deiner Zeilen gut Lust und würde Bund 1951 dieser Klassiksammlung hinzu fügen. Aber irgendwo muss halt bei mir Schluss sein und ich schaue mir mal an, was du alles aufbereitet hast. Der 1. gezeigte Brief ist ja schon der Hammer, zumal an den damaligen Gott der Bayernprüfung (den man heute aber ein bisserl anders einschätzt, als damals).
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

4

Sunday, January 6th 2019, 9:50am

hallo Ralph,

was gibt es schöneres als (kleine oder große) Spezialsammlungen? Ein Nebenaspekt meiner 1951er "Spezialsammlung" sind die "Berliner Bayernbriefe", oder hier die "Kurzläufer".

Ein Thema bei diesen Ausgaben sind die verbreitet anzutreffenden Falschstempel, hier besonders betroffen die Ausgaben zur Marienkirche und NBA.

Beim folgenden Brief stellt sich die Frage, ob der Weihnachtsgruß schon die Briefhülle war? Jedenfalls erreichte er seinen Empfänger noch rechtzeitig.



Einschreibefernbrief nach Obenhausen, am 23.12.1951 in Stuttgart-Obertürkheim aufgegeben und mit den Marken der Marienkirche und NBA portorichtig frankiert. Durchgangsstempel von Illertissen und AKS von Obenhausen am 24.12.1951.

besten Gruß
Michael

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5

Sunday, January 6th 2019, 10:32am

Hallo Michael,

wenn das Kuvert nicht geöffnet ist, dann war der Weg das Ziel. ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

6

Monday, January 7th 2019, 8:41pm

hallo zusammen,

die Wohlfahrtsmarken 1949 hatten wegen der sehr hohen Zuschläge von 50%, damit Satzpreis 100Pf., erhebliche Absatzprobleme, sodass man 1950 auf eine Ausgabe verzichtete. Am 23.10.1951 erschien die 2.Serie der "Helfer der Menschheit" mit ca.30% Zuschlag und kostete 84Pf, etwa dem damaligen Stundenlohn eines Arbeiters.

Am 29.10.1951 sollte ein Satz der neuen Wohlfahrtsmarken einen Brief nach Lissabon schmücken und der Postbeamte kam dem Wunsch einer sorgfältiger Stempelung erkennbar nach.



Auslandseinschreiben am 29.10.1951 von Niederursel nach Lissabon gesandt und mit dem Satz der Wohlfahrtsmarken sowie 6Pf. Bautenmarke portorichtig frankiert. AKS Lissabon vom 3.11.1951.

besten Gruß
Michael

This post has been edited 2 times, last edit by "stampmix" (Jan 8th 2019, 3:12pm)


7

Saturday, January 12th 2019, 2:43pm

hallo zusammen,

dieser Beleg wäre auch ein Kandidat für die "Schönen Belege" gewesen.



Auslandsbrief nach Mutzig (F) am 29.12.1951 in Bochum aufgegeben und mit der 30Pf. Marke zu 50 Jahre Nobelpreis von Wilhelm Röntgen portorichtig frankiert.

Eine kleine Besonderheit ist der sauber abgeschlagene Aufgabestempel der Devisenpoststelle Bochum.



Die Devisenpoststellen waren besonders eingerichtete Schalter für die Alliierten Besatzungskräfte in der BiZone-VWG und Westberlin. Sie wurden am 1.5.1947 eingerichtet und mit Ende der Besatzungszeit am 1.5.1955 offiziell aufgelöst. Sie waren in Postämtern untergebracht, aber auch in Kasernen, Hotels und Flughäfen; maßgeblich war ein Bedarf dieser Schalter. Die Deutschen Schalterkräfte mussten Englisch beherrschen und bekamen dafür auch eine Zulage. Sie waren für alle Post- und Telegraphiedienste der Besatzungkräfte zuständig und waren darüber hinaus auch bei sonstigen Sprachschwierigkeiten behilflich. Anfangs ausschließlich für Militärangehörige, wurden diese später vorrangig bedient. Genauso war anfangs ausschließlich Bezahlung in Devisen (Dollar oder engl.Pfund) verlangt und sorgte so für begehrte Deviseneinnahmen; später war auch die Bezahlung mit DM möglich.

Die DPST erhielten ab 1950 einheitlich Zweikreis-Steg-Stempel, die jedoch hauptsächlich im Innendienst oder auf Post-/ Fernmelderechnungen an Angehörige der Besatzungskräfte verwendet wurden. So blieben wenige Belege der Nachwelt erhalten und viele Stempel wurden noch nicht einmal archiviert.

Die DPST Bochum gehört zur Britischen Besatzungszone, die die Schalter ausschließlich in Postämtern betrieb. Der Schalter war im PA Rathausplatz 1 vom 1.6.1949 bis 28.2.1953 in Betrieb. In der Britischen Besatzungszone sind 42 DPST bekannt.

besten Gruß
Michael

Literatur: Vesper, Hans Egon : Die Deutschen Devisenpoststellen 1947 - 1955 - Archiv für deutsche Postgeschichte 1/1993 und 1/1994

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8

Saturday, January 12th 2019, 2:54pm

... toller Beleg, super Infos - alles nicht gewußt. Wo bin ich nur aufgewachsen?
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

9

Saturday, January 12th 2019, 4:31pm

Wo bin ich nur aufgewachsen?

hallo Ralph,

Deutschland? Etwas später? :rolleyes:

aber Spaß beiseite, die DPST habe ich auch nicht gekannt, bevor ich nicht so einen Beleg in Händen hielt. Hier noch eine Postgeschichtliche Ergänzung:

Verfügung vom 23.6.1950 an alle Postämter mit Devisenpoststellen:

"Die Devisenpoststellen stehen bei ihrer Arbeit dauernd im Blickfeld der ausländischen Benutzer. Von der Art ihrer Arbeitsweise hängt weitgehend das Urteil des einzelnen Ausländers nicht nur über das Ansehen der Deutschen Bundespost ab, sondern es wird hiernach auch der gute Wille zur Zusammenarbeit beurteilt, der zur Übertragung weiterer Verantwortlichkeiten in Deutsche Hände führt. ...

Bei der Alliierten Hohen Kommission besteht der Eindruck, dass die Bedeutung der Devisenpoststellen nicht in ausreichendem Maße gewürdigt wird. So wird z.B. bemängelt, dass einmal eingerichtete Devisenpoststellen dauernd am gleichen Ort verbleiben, ohne dass auf eine Verlegung des Tätigkeitsfeldes der Alliierten geachtet wird.
Das Personal der Devisenpoststellen soll besonders ausgesucht, leistungsfähig und höflich sein. Es soll mit allen Diensten, die die Deutsche Bundespost den ausländischen Benutzern bietet, zuverlässig vertraut sein und die Anwendung der Gebührensätze, Dienstbehelfe und die Bestimmungen der einzelnen Dienstzweige beherrschen. Die Annahmebeamten sollen die Benutzer aufmerksam und geschickt beraten und dadurch für die Deutsche Bundespost werben. ....
Nach Möglichkeit sollen nur Devisenpoststellen betrieben werden, deren Einnahmen zumindest die Ausgaben decken (ausgenommen sind hierbei Hospitäler und Clubs). Wesentlich für die ausreichende Benutzung der Devisenpostämter ist ihre Lage. Sie sollen in zentralen Gebäuden und in den Mittelpunkten des Tätigkeitsgebiets der Alliierten untergebracht sein. Umzüge Alliierter Dienststellen machen häufig auch die Verlegung der Devisenpoststellen erforderlich. Die Hilfe bei der zweckmäßigen Unterbringung ist von Amerikanischer Seite zugesichert worden. Eine dauernde Beobachtung dieser Verhältnisse ist erforderlich und beabsichtigte Verlegungen oder Veränderungen sind sofort zu melden. ...
Die Ausländer und hier besonders die amerikanischen Benutzer stellen hohe Anforderungen an den Fernsprech- und Telegrammdienst, da ihre Einrichtungen wenig oder garnicht durch die Kriegsereignisse in Mitleidenschaft gezogen wurden. Daher ist es erforderlich, dass sich das Personal der Devisenpoststellen und der Ämter durch besondere Wendigkeit und Schnelligkeit auszeichnet. Auftretende Störungen und technische Mängel sind sofort den zuständigen Stellen zu melden, ihre schnellste Beseitigung ist zu veranlassen. ....
Für den Dienst bei den Devisenpoststellen nicht voll geeignete Kräfte sind durch besser geeignete Kräfte zu ersetzen."


besten Gruß
Michael

Literatur: Vesper, Hans Egon : Die Deutschen Devisenpoststellen 1947-1955 in Archiv für deutsche Postgeschichte 1/1993

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10

Saturday, January 12th 2019, 4:43pm

Hallo Michael,

vielen Dank für den ausführlichen Exkurs in die Materie kurz nach Kriegsende - der Tenor hat sich heute etwas geändert, das Prinzip aber, wer wem etwas zu sagen hat, natürlich nicht. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

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