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Michael

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1

Tuesday, February 5th 2019, 6:30pm

per Schiff nach Frankreich

Liebe Freunde,

der folgende Brief von 1842 wurde in St. Petersburg aufgegeben, rückseitig findet sich ein Aufgabestempel für abgehende Auslandspost mit der Verwendungszeit 1840-44. Anscheinend wurde er direkt einem Schiff für die Passage bis Le Havre übergeben, diese Strecke war offensichtlich bezahlt.
In Frankreich erhielt er den Eingangsstempel OUTRE-MER 7 AOUT 42 LE HAVRE und wurde als 7,5-10 Gramm schwerer Brief mit 9 Dec. (1,5-fache der Entfernungstaxe von 6 Dec. für die Entfernung 221-300 km) taxiert. Am Folgetag erreichte er Paris.
Die Schiffspassage dauerte nur 9 Tage.



Ob es für diesen Leitweg eine, wie auch immer geartete, Vereinbarung zwischen Russland und Frankreich gab?

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

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2

Tuesday, February 5th 2019, 7:08pm

Lieber Michael,

ich kann kaum glauben, dass ein Brief aus Russland die ganze Strecke über Le Havre ins Inland nur 9 Decimes (ca. 8 Sgr.) gekostet hat, noch dazu in der 2. Gewichtsstufe. Das hätte ja m. E. ein Inlandsbrief gekostet.

Ich bin mir ganz sicher, dass da etwas im Hintergrund mitspielte, was auch immer. Ich hoffe, wir bekommen das raus. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

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3

Tuesday, February 5th 2019, 7:24pm

Lieber Ralph,

ich kann kaum glauben, dass ein Brief aus Russland die ganze Strecke über Le Havre ins Inland nur 9 Decimes (ca. 8 Sgr.) gekostet hat, noch dazu in der 2. Gewichtsstufe. Das hätte ja m. E. ein Inlandsbrief gekostet.

habe mich da vielleicht unklar ausgedrückt. Die Schiffspassage bis Le Havre wurde vom Absender bezahlt (also ein Teilfranko-Brief). Die 9 Dec. entsprechen genau dem französischen Inlandstarif von 1828 für die genannte Entfernung und dem Gewicht.

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

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4

Tuesday, February 5th 2019, 7:37pm

Lieber Michael,

ach so - ich dachte schon, ich müsste mein phil. Weltbild von Frankreich revidieren ... :thumbsup:
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Laurent

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5

Tuesday, February 5th 2019, 9:12pm

Hallo,

Michael, dein Schiff : le Tage

Registre des arrivées dans le port du havre pour août 1842

Hafen von Le Havre - Register der Ankunft von Schiffen - August 1842




Nr / Ankunftsdatum / Name des Schiffes - des Kapitäns / Tonnen / Besatzung / Fahne / Herkunft / Schiffsladung


2583 / 7. August 1842 / Le Tage - ? / 225 / 32 Männer / (leer) / St Petersburg / verschiedene Ware


Laurent ;)


Michael

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6

Tuesday, February 5th 2019, 10:21pm

Hallo Laurent,

das ist ja phantastisch! Vielen Dank für die Angaben. :thumbsup:
Jetzt bin ich natürlich neugierig, welche Ladung das Schiff geladen hatte. Leider kann ich da nichts entziffern. Kannst Du es lesen?

Gruß
Michael
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Klesammler

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7

Tuesday, February 5th 2019, 11:00pm

Hallo Michael,

wenn ich das richtig lese steht da: div m.dise, also verschiedene Handelsgüter.

beste Grüße

Dieter

vals59

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8

Wednesday, February 6th 2019, 8:28pm

Hallo Michael,

Quoted from "Michael"

habe mich da vielleicht unklar ausgedrückt. Die Schiffspassage bis Le Havre wurde vom Absender bezahlt (also ein Teilfranko-Brief). Die 9 Dec. entsprechen genau dem französischen Inlandstarif von 1828 für die genannte Entfernung und dem Gewicht.


Ein einfacher Brief von Le Havre nach Paris kostete 5 décimes. Ein Brief in der 2. Geswichtstufe kostete also 8 Décimes. Dieser Brief ist in Frankreich mit Handelsschiff angekommen. Handelsschiff = Seeweg-Décime.
Der Empfänger hat 9 (8+1) Décimes bezahlt, also kein Teilfranko-Brief.

Viele Grüsse.
Emmanuel.

Michael

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9

Wednesday, February 6th 2019, 9:07pm

Hallo Emmanuel,

richtig, es gab diese Seeweg-Décime. Hatten wir hier im Forum schon mal.
Danke für die Korrektur. War diese Décime denn gewichtsunabhängig, also wurde sie für einen Brief erhoben, egal wie schwer dieser war?

Gruß
Michael
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laurent

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10

Wednesday, February 6th 2019, 9:21pm

Hallo Michael,

diese Taxe war fest : immer ein décime.

(Emmanuel wird bestätigen... hoffe ich !)

Laurent.

vals59

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11

Wednesday, February 6th 2019, 9:38pm

Hallo Laurent,

Ja, das war eine feste Taxe.

Viele Grüsse.
Emmanuel.

Michael

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12

Friday, February 8th 2019, 9:14pm

Hallo Laurent und Emmanuel,

habe den Beitrag wiedergefunden, in dem Emmanuel mich zum ersten Mal auf diese Seeweg-Décime hingewiesen hat. Bei diesem Brief (von 1808 ) wurden aber anscheinend 2 Déc. wegen dem höheren Gewicht angesetzt.

Gab es Änderungen, dass 34 Jahre später die 1 Décime ohne Berücksichtigung des Gewichts anfiel? Oder wurde es mal so und mal so gehandhabt?

Gruß
Michael
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vals59

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13

Saturday, February 9th 2019, 10:42am

Hallo Michael,

Ja, genau

Die Verordnung vom 20. Prairial an Jahr X sowie diejenige vom 6. August 1817 zeigt an, daß die Seeweg-Décime, keine feste Taxe war.
Für einen einfachen Brief = 1 Décime
Für die höchsten Gewichtstufen:
1 Décime bis zu 6 Gr. + 1 Décime je 30 Gr.
Das Gesetz vom 15. März 1827 (für den 1. Januar 1828 verwendbar) verwandelt die Seeweg-Décime in eine feste Taxe.

Viele Grüsse.
Emmanuel.

Michael

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14

Sunday, February 10th 2019, 3:11pm

Hallo Emmanuel,

vielen Dank für die Angaben. :)

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten